Pop­Prints

The Production of Popular Music in Austria and Germany 1930-1950

Salzburg 

Ein gemeinsames Forschungsprojekt (Weave) der Paris Lodron Universität Salzburg (AT), der Universität Greifswald (DE) und der Anton Bruckner Privatuniversität Linz (AT)

Im April 2024 startete das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderte Projekt „PopPrints. The Production of Popular Music in Austria and Germany 1930-1950”. Die Forschungsgruppe, bestehend aus Forschenden der Universitäten in Salzburg, Greifswald und Linz, möchte im Verbund und mittels neu erschlossener Quellen ein umfangreiches Bild populärer Musik in Deutschland und Österreich zwischen 1930 und 1950 zeichnen. Das Forschungsteam besteht aus Thomas Flömer (Salzburg), José Gálvez (Greifswald), Nils Grosch (Salzburg), Franziska Kollinger (Greifswald), Roxane Lindlacher (Linz), Lukas Mantovan (Linz), Gesa zur Nieden (Greifswald), Sean Prieske (Salzburg) und Carolin Stahrenberg (Linz). Ein erstes Kick-off Meeting fand am 19. und 20. April 2024 in Salzburg statt.

Das Forschungsprojekt untersucht die künstlerische Handlungsfähigkeit bei der Produktion populärer Musik während des NS-Regimes und des Austrofaschismus, wobei ein Zeitraum von 1930 bis 1950 betrachtet wird. Der Fokus liegt auf diversen am Produktionsprozess beteiligten Akteur:innen, d.h. nicht nur auf Komponist:innen und Texter:innen, sondern auch auf Arrangeur:innen, Interpret:innen, Verleger:innen, etc.

Es ist das erste Projekt, das die populäre Musik- und Musiktheaterszene in diesem Zeitraum umfassend analysiert, sich auf ein so breites Spektrum von Quellen stützt und sich auf die Produktion von Druckerzeugnissen konzentriert. Da wir auch Rückschlüsse auf kulturgeschichtliche Kontinuitäten und Diskontinuitäten ziehen wollen, beziehen wir die Jahre vor 1933 und nach 1945 in unsere Untersuchung ein und vermeiden so den Eindruck eines historisch geschlossenen Zeitraums. Im Gegensatz zu früheren Forschungen zu diesem Zeitraum der Musikgeschichte werfen wir auch einen vergleichenden Blick auf die Entwicklungen im Bereich der populären Musik im Ausland.

Uns interessiert, wie sich Theater-, Tanz- und Jazzsongs und andere Formen populärer Musik im Rahmen diktatorischer Kulturpolitik bewegten und wie sie sich sozial oder stilistisch positionieren und verhandeln konnten - etwa im Hinblick auf die Orientierung am nordamerikanischen Swing, an südamerikanischen Tanzstilen oder an afro-karibischer populärer Musik.

Ansatz und Methoden

Einen zentralen Ausgangspunkt für die musikwissenschaftliche Quellenforschung und -analyse bilden gedruckte und veröffentlichte Quellen, die heute in Verlags- und Staatsarchiven sowie in Komponist:innennachlässen eingesehen werden können, aber lange Zeit unzugänglich waren. Reiche Notensammlungen und angrenzende Archive geben Einblick in Repertoire, Marketing- und Zielgruppenstrategien sowie in die medialen Netzwerke, in denen populäre Musik produziert, rezipiert, konsumiert und zirkuliert wurde – beispielsweise in Aufführungen auf der Musiktheater- und Konzertbühne, in gedruckten Noten, im Musikfilm sowie auf Tonträgern.

Das Projekt besteht aus fünf Teilprojekten, die sich mit der Musikverlagsindustrie, der Musikfilmproduktion, der Songproduktion, dem Musiktheater und den Inszenierungen des Körpers beschäftigen. In regelmäßigen (digitalen) Projekttreffen wird ein ständiger Austausch über zumeist nicht dokumentierte Quellen stattfinden, um so Synergien in der Forschung zu ermöglichen und zu nutzen. Eine internationale Konferenz und zwei Workshops werden den internen Forschungsdiskurs durch Perspektiven international renommierter Fachleute erweitern.

Weitere Informationen finden sich unter http://popprints.eu/

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF).

Grant-DOI: 10.55776/I6627