Tagungsberichte | 2019

Leipzig, 23. bis 24. November 2019

„Was ist Musikphilosophie?“

von Kira Henkel, Gießen

„Braucht die Musikphilosophie die Musikwissenschaft? Und: Braucht die Musikwissenschaft die Musikphilosophie?“ Mit diesen Fragestellungen eröffnete Wolfgang Fuhrmann in seinem Beitrag das musikphilosophische Symposium an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig. Gleich zu Beginn stellte er damit grundlegende interdisziplinäre Diskussionspunkte heraus, unter welchen die Tagung im Vorfeld angekündigt worden war: „Was ist Musikphilosophie?“, kann sie sich als eine eigenständige Disziplin definieren lassen – falls ja, wie positioniert sie sich gegenüber anderen Fachbereichen und nach welchen Paradigmen lässt sie sich denken und fassbar machen? Die Veranstalter dieser Tagung, Fuhrmann (Universität Leipzig) und Claus-Steffen Mahnkopf (HMT Leipzig), hatten im Interesse eines Dialogs über das Grundsätzliche der Musikphilosophie Redner*innen vornehmlich aus den Bereichen der Musikwissenschaft und Philosophie eingeladen. Es ergab sich daraus ein Programm, das sich nicht allein durch sein breites Themenspektrum und eine Vielfalt verschiedenster Ansätze und Sichtweisen auszeichnete, sondern auch aufgrund seiner interdisziplinären Konzeption, welche eine lebendige Reflexions- und Diskussionskultur in diesen beiden Tagen anregte.

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Leipzig, 29. bis 31. Januar 2020

Eastern European Emigrants and the Internationalisation of 20th-Century Music Concepts

von Rachel Hercygier und Anna Fortunova, Leipzig

Das 20. Jahrhundert ist von globalen kulturellen Transferprozessen geprägt. Aus- und einwandernde Künstler brachten ästhetische Konzepte, Modelle und Techniken über die Landesgrenzen hinaus. Nicht immer war diese Emigration freiwilliger Natur, sondern oft erzwungen aufgrund der politischen Umstände in den Heimatländern. Die internationale Tagung am Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig beschäftigte sich insbesondere mit Musikemigranten aus Osteuropa. Ziel der Konferenz war es, deren Wege nachzuzeichnen und dabei das Augenmerk auf die Produktivität der Kulturtransferprozesse und die Internationalisierung künstlerischer Konzepte zu legen.

Zum Auftakt der Tagung thematisierten Anna Fortunova und Stefan Keym (Leipzig), die beiden Organisatoren der Tagung, die Rolle der Musik in Migrationsprozessen aus Osteuropa im 20. Jahrhundert anhand von Fallbeispielen wie Pëtr Suffčinʼskij und Aleksandr Čerepnin. Keym unterstrich außerdem mit Verweis auf die Kulturtransfertheorie von Michel Espagne und Michael Werner, dass der Erfolg eines in einen anderen Raum übertragenen Kulturkonzepts oder -objekts nicht nur von der Qualität dieses Konzepts oder der Überzeugungskraft seines Verfassers abhänge, sondern auch und vor allem von den Bedürfnissen der Kultur, die das Konzept übernimmt. So wäre die Frage nicht nur, welche Ziele und Strategien osteuropäische Musiker im ,Westen‘ verfolgten, sondern auch, welche Aspekte ihrer Musik oder Musikästhetik für ihre Kollegen und Publika in verschiedenen Ländern von besonderem Interesse und Attraktivität waren und inwieweit sie hier in Lücken stießen, die einheimische Komponisten nicht zu füllen vermochten.

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