Tagungsberichte

In dieser Rubrik finden Sie Berichte über vergangene Tagungen & Kongresse folgender Jahrgänge:

 

 

Die fünf neuesten Berichte:

 

 

Mainz, 6. bis 8. Dezember 2018

Kontakt und Transfer in der Musikkultur des 5.-12. Jahrhunderts n.Chr. zwischen Byzanz und dem lateinischen Westen. Wirkung und Rezeption musikalischer Traditionen

von Yehuda Epafroditus, Rodney Fuchs, Katrin Gessinger, Jonas Isufaj, Anna Lahusen und Johanna Thöne, Mainz

Die Tagung fand in Kooperation der Abteilung Musikwissenschaft der JGU Mainz und des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz „Byzanz zwischen Orient und Okzident“ (verortet am Römisch-Germanischen Zentralmuseum) statt, der eine Plattform für interdisziplinäre Byzanzforschung bieten möchte. Klaus Pietschmann (Musikwissenschaft Mainz) und Susanne Rühling (Leibniz-WissenschaftsCampus) gaben am Donnerstagabend eine Einführung in das zweitägige Programm. Die Tagung bildete den Abschluss des Projektes Die Musizierpraxis zwischen profanem und sakralem Gebrauch im westlichen Europa und Byzanz statt, das über vier Jahre lief und Feldforschung mit Publikationen und Veranstaltungen vereinte. Ziel war es, kulturelle Transferprozesse und Verbindungen zwischen Byzanz und dem Abendland anhand der Musikkultur zu zeigen, wobei der Fokus auf Musikinstrumenten lag. Read more ...

Tübingen, 7. bis 9. Juni 2018

Čajkovskij-Analysen – neue Strategien, Methoden und Perspektiven

von Esther Kreitschik, Hamburg

Im Mittelpunkt der anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Tschaikowsky-Gesellschaft e.V. veranstalteten internationale Tagung stand die musikalische Analyse der Werke des russischen Komponisten. An drei Tagen präsentierten die Teilnehmer neue Perspektiven, Erkenntnisse und Ansätze in der Auseinandersetzung mit Čajkovskijs musikalischem Schaffen. Inhaltlich widmete sich das Symposium dabei vier verschiedenen Schwerpunkten: Čajkovskijs Symphonik, seinen Opern, seiner Ballett- und Programmmusik sowie seinem Schaffen unter biographischen Aspekten.

Den Auftakt zur Tagung bildete die Sektion zur Symphonik. Stefan Keym (Toulouse) widmete sich in seinem Eröffnungsvortrag den Tempodramaturgien in Čajkovskijs symphonischem Schaffen. Daniil Petrov (Moskau) nahm anschließend den Aufbau des symphonischen Zyklus in den Blick. Eine detaillierte, im Anschluss intensiv diskutierte Analyse des motivisch-thematischen Materials in Čajkovskijs 4. Symphonie lieferte Svein Hundsnes (Stavanger). Christoph Flamm (Lübeck) sowie Heinz von Loesch (Berlin) beleuchteten in ihren Beiträgen jeweils verschiedene Aspekte der 5. Symphonie. Diskutiert wurden im Anschluss an die Vorträge auch immer wieder Fragen der Definition und Abgrenzung von Themen und des motivisch-thematischen Materials. Zentral waren auch der Aspekt der Substanzgemeinschaft und die Frage, inwieweit sich damit die kompositorische Arbeit in Čajkovskijs symphonischem Schaffen erfassen und beschreiben lässt. Gerade die kompositorische Entwicklung im Bereich der Symphonik (und auch darüber hinaus) bietet noch viel Raum für musikwissenschaftliche Forschung und analytische Untersuchungen der Werke des Komponisten.

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Kranichstein, 30. November bis 2. Dezember 2018

Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt (1667-1739) – Sänger, Tänzer, Komponist. Regentschaft und künstlerische Ambition im 18. Jahrhundert

von Silvia Uhlemann, Mainz

Die Grundlagenforschung der Kulturwissenschaften besteht im Studium historischer Originalquellen in Archiven und Bibliotheken. In diesem Sinne war die Tagung zur aktiven künstlerischen, insbesondere musikalischen Betätigung von Landesfürsten und des Hofadels insgesamt im Zeitalter des Barock eine eindrucksvolle Präsentation lebendiger und ertragreicher Forschung. Dass diese gerade in der Musikwissenschaft, deren zentraler Forschungsgegenstand die ohne Erklingen nie vollständig aussagekräftige Notenschrift ist, noch zwingender als in anderen Disziplinen Bereicherung erfährt, ja erfahren muss durch interdisziplinäre Blicke beispielsweise in die Sozial- oder Kunstgeschichte, konnte man in dem differenziert zusammengesetzten Referentenkreis aus Musikwissenschaftlern, Historikern, Archivaren und ausübenden Künstlern intensiv erleben.

Durchgeführt wurde die internationale Tagung als Kooperation der Abteilung Musikwissenschaft (IKM) der Johannes Gutenberg-Universität und der Musikhochschule Mainz in Verbindung mit der Christoph-Graupner-Gesellschaft Darmstadt und der Stiftung Jagdschloss Kranichstein. In drei thematischen Blöcken näherten sich die Vortragenden Landgraf Ernst Ludwigs aktiver musikalischer und tänzerischer Betätigung, bezeugt durch zwei zentrale handschriftliche Quellen in der historischen Musiksammlung der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, aus verschiedenen kulturhistorischen Blickwinkeln an. Read more ...

Graz, 23. und 24. November 2018

Opera as Institution: Networks and Professions (1700-1914)

von Sara Kebe (Graz)

Die internationale Konferenz, die vom Institut für Musikwissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Musik- und Tanzwissenschaft der Universität Salzburg veranstaltet wurde, befasste sich sowohl mit dem Geschehen auf den Opernbühnen Europas als auch hinter den Kulissen im 18. und langen 19. Jahrhundert. Um neueste Ergebnisse aus der Forschung zu präsentieren und diskutieren, trafen sich Vortragende aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Schweden und Tschechien.

Eröffnet wurde die Konferenz durch den Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung der Karl-Franzens-Universität Graz, Peter Scherrer. Danach standen die italienische und französische Oper des 18. und 19. Jahrhunderts auf dem Programm. Den Eröffnungsvortrag hielt Suzanne Aspden (Oxford), die über Kosmopolitismus in London im 18. Jahrhundert referierte. Aspden beschäftigte sich vorwiegend mit der Frage, ob und inwiefern die eher abweisende Einstellung der Briten gegenüber der italienischen Oper die ganze britische Operninstitution prägte. Judit Zsovár (Wien) ging in ihrem Vortrag „Farinella at the Vienesse Kärtnertortheater, 1730-1732“ ausführlich auf die Karriere der Sängerin Maria Camati ein, die den Künstlernamen „Farinella“ trug. Aufgrund der gesungenen Rollen, die äußerst unterschiedlich waren, und ihres virtuosen Koloraturgesangs gehörte Farinella zu den gefragten Sängerinnen ihrer Zeit. Daniel Brandenburg (Salzburg) erläuterte, wie Netzwerke und die Kommunikation zwischen den „Operisti“, den Sängerinnen und Sängern der italienischen Oper, im 18. Jahrhundert aus deren Sicht funktionierten. Anhand der Korrespondenz zwischen Franz und Marianne Pirker, die als Künstlerehepaar europaweit tätig waren, wurden wesentliche Komponenten beleuchtet, die für eine erfolgreiche Opernproduktion wichtig waren. Read more ...

Barcelona, 14. bis 17. November 2018

Cererols: Noves perspectives

von Isolde Deleyto Rösner, Salzburg

Anlässlich des 400. Geburtstages des katalanischen Barock-Komponisten Joan Cererols (1618-1680) veranstaltete die Societat Catalana de Musicologia einen dreitägigen Kongress. Nicht nur die Werke des Komponisten selbst waren Thema, sondern auch die Instrumentation und Aufführungspraxis im Katalonien seiner Zeit, der bisherige musikwissenschaftliche Forschungsstand, das soziale und gesellschaftliche Umfeld Cererols und einiges mehr. Nach einleitenden Grußworten durch den Koordinator des Kongresses und Dozenten an der Universitat Autònoma de Barcelona, Jordi Rifé i Santaló, und von Emili Ros-Fàbregas, Mitarbeiter des CSIC (Consejo Superior de Investigaciones Científicas), eröffnete der Beitrag „Joan Cererols (1618–1680) – 2018: Estat de la qüestió“ von Aura Porta den Kongress. Sie gab darüber Auskunft, inwieweit das Œuvre Cererols bisher erforscht wurde und welchen Stellenwert der katalanische Komponist in der Musikgeschichte seiner Heimat und Europas hat. Dabei präsentierte sie eine Vielzahl an erschienenen Publikationen über das Werk von Cererols und beschrieb potentielle Forschungsvorhaben zu dem Kapellmeister aus Montserrat, die in den nächsten Jahren vor allem von katalanischen Musikwissenschaftlern verwirklicht werden sollten. Read more ...

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