Aktuelles | Mitteilungen

Deutsches Historisches Institut in Rom

„Musikstadt Rom. Topographie, Geschichte, Ausstrahlung“
Musikwissenschaftlicher Studienkurs
15. bis 21. März 2020, Deutsches Historisches Institut in Rom


Rom ist eine Stadt der Kunst, insbesondere auch eine der Musik. In kaum einem anderen Gemeinwesen Europas sind die zentralen Orte des Musiklebens vergangener Jahrhunderte – Oratorien, Kirchen, Theater oder Palazzi – in solchem Umfang erhalten geblieben und laden dazu ein, die Musikgeschichte der Ewigen Stadt an ihren Schauplätzen zu studieren. Dabei firmiert Rom über die Zeiten hinweg als dynamisches Zentrum eines internationalen kulturellen Netzwerks, an dem nicht nur das genuin römische Musikleben, sondern auch zahlreiche in der Papststadt ansässige ausländische Institutionen beteiligt sind.

Wir bieten Studierenden der Musikwissenschaft ab dem fortgeschrittenen Bachelorstudium einen Studienkurs mit Stadtspaziergängen zu Roms Musikleben vom Mittelalter bis heute, mit Besuchen einschlägiger Institutionen sowie Besichtigungen von Bibliotheken, Kirchen, Palazzi, Theatern und Konzertsälen. Der Kurs wird von ausgewiesenen Expertinnen der Musikwissenschaft geleitet:

Dr. Sabine Ehrmann-Herfort (DHI Rom, Musikgeschichtliche Abteilung)
Prof. Dr. Silke Leopold (Universität Heidelberg)
Prof. Dr. Sabine Meine (Hochschule für Musik und Tanz Köln)
Prof. Dr. Dörte Schmidt (Universität der Künste Berlin)

Die Übernachtung in einem Doppelzimmer in einfachen Unterkünften und für sechs Nächte wird unsererseits übernommen. Die Reisekosten sind von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst zu finanzieren. Auf die Möglichkeit der Förderung der Reise durch den DAAD wird hingewiesen.

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DFG-Projekt „Selbst-Darstellungen klassischer Interpret_innen bei YouTube“

Im Juni 2019 hat am Musikwissenschaftlichen Institut der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf das oben genannte DFG-Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren seine Arbeit aufgenommen. Die Projektleitung hat Priv.-Doz. Dr. Corinna Herr (Eigene Stelle).

Die digitalen Medien sind für den professionellen Musikbereich unabdingliches Produktionsmittel und gleichzeitig unverzichtbares Selbstpräsentations- und Werbemedium. In der hier projektierten Studie werden die komplexen Beziehungsgeflechte von „Selbst-Darstellungen klassischer Interpret_innen“ im digitalen Zeitalter exemplarisch am Videoportal YouTube und am Fallbeispiel professioneller, solistischer Interpret_innen klassischer Musik, ihrer Produkte und ihrer Rezipient_innen untersucht. Hierbei geht es um den musiksoziologischen Zugriff auf Musikpraxis und um die anthropologisch relevante künstlerische Selbst- und Identitätsbildung, die hier im Blick auf die sie umgebenden und in sie eingreifenden, Bedingungen der digitalen Kultur untersucht wird. Die performative Ästhetik der entstehenden Videoclips ist hier auch im Blick auf deren Konstruktion als Werk und auf emergente Eigenschaften im Kommunikationssystem von YouTube Web zu sehen.

Eng verzahnt mit dem monographischen ist ein qualitativer Teil, in dem Leitfadeninterviews mit künstlerisch Studierenden aus der Generation der „digital natives“ durchgeführt und ausgewertet werden. Das Erkenntnispotenzial der musikwissenschaftlichen Untersuchung umfasst grundlegende Einsichten in die soziopolitische Problematik von ‚virtuellen’ Lebens- und Berufswelten im Kontext der sich neu formierenden Disziplinen der Digital Sociology und Digital Anthropology.

Weitere Informationen und Rückfragen: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Verfolgte Musiker/-innen im nationalsozialistischen Thüringen

Eine Ausstellung im Stadtmuseum Weimar präsentiert im Jubiläumsjahr 2019 erste Erkenntnisse eines Forschungsprojekts des Vereins weim I art e.V.

Benjamin-Immanuel Hoff / Constanze Gerling-Zedler

Die Weimarer Republik nicht von ihrem Ende her zu denken, sondern als demokratisches Ereignis ohne die unsere heutige Bundesrepublik nicht denkbar wäre, ist die wohl wichtigste Erkenntnis des 100. Jubiläums, dem in Weimar am 5. Februar 2019 mit einem großen Festakt gedacht wurde.

Dennoch kommen wir nicht umhin, wenn wir in politischen Jahrestagen denken, die Erinnerung an die zeitgleiche Gründung des Bauhauses 1919 mit der Erinnerung an dessen Vertreibung durch die Regierung des Thüringer Ordnungsbundes, unterstützt durch die Vereinigte Völkische Liste unter NSDAP-Gauleiter Dintner, ab 1924 zu verbinden. Das Bauhaus siedelte 1925von Weimar nach Dessau; in Thüringen setzte die NSDAP alles daran, das Land zum Vorreiter nationalsozialistischer Politik umzugestalten. Am 3.-4. Juli 1926 führte die Partei ihren ersten Reichsparteitag nach der Wiedergründung nicht nur in Weimar, sondern im Deutschen Nationaltheater (DNT) durch, um den verhassten Geburtsort der deutschen Republik symbolisch in Beschlag zu nehmen – ihn zu besetzen. Nur zehn Jahre nach Gründung der Weimarer Republik erlangte in Folge der Landtagswahl 1929 in Weimar mit Wilhelm Frick ein Nationalsozialist ein Ministeramt, verantwortlich für Volksbildung und Inneres. Dass Frick und NSDAP-Staatsrat Marschler 1931 durch konstruktives Misstrauensvotum abgesetzt wurden, lag jedoch an Konflikten in der Rechtskoalition, nicht daran, dass Frick einen Kultur-Erlass „Wider die Negerkultur für deutsches Volkstum“, nationalsozialistische Schulgebete auf den Weg gebracht und den Nationalsozialisten Paul Schultze-Naumburg zum Direktor der Weimarer Kunsthochschule, dem früheren Staatlichen Bauhaus Weimar, ernannt hatte. Schultze-Naumburg, dessen 1928 erschienenes Buch „Kunst und Rasse“ erstmals den Begriff der „entarteten Kunst“ popularisierte, übernahm 1931 den Vorsitz im Kampfbund deutscher Architekten und Ingenieure, eine der für die Bücherverbrennungen 1933 verantwortlichen Organisationen. Auf seine Anweisung wurde zum Teil unter dem Einsatz von Zerstörung der Werke, das Bauhaus-Werkstattgebäude und das Weimarer Schlossmuseum von Werken u.a. Barlachs, Schlemmers, Dix‘ und Kokoschka gesäubert. Unter den Bann fielen auch Werke Emil Noldes. Als Anhänger der NS-Rasseideologie und erklärter Antisemit verletzte diese Verfemung durch die Nationalsozialisten Nolde sehr.

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DFG-Forschungsprojekt zu Franz Liszt

Am 1. November 2018 nimmt am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena ein neues DFG-Forschungsprojekt zu Franz Liszt seine Arbeit auf: »Das Liszt-Bild in der zeitgenössischen Musikpublizistik«. Es ist das erste Weimarer Forschungsprojekt, das sich explizit dem Namenspatron der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar widmet. Das Projekt wird unter der Leitung von Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt von Projektmitarbeiterin Ulrike Roesler M.A. bearbeitet und hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Franz Liszt zählt zu den facettenreichsten Künstlerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, und schon zu Lebzeiten wurde ihm eine enorme mediale Präsenz in Biographien, Musiklexika, Fachbüchern und vor allem in Zeitschriften zuteil. Das Anliegen der Projektes ist es, das umfangreiche und durchaus heterogene Bild, das die zeitgenössische Musikpublizistik der frühen 1820er-Jahre bis in die späten 1880er-Jahre von Liszt zeichnet, in den Blick zu nehmen und zentrale Aspekte dieser ambivalenten Auseinandersetzung zu beleuchten. Mithilfe eines rezeptions- und diskursanalytischen Ansatzes der musikpublizistischen Forschung soll das Projekt ein quellenfundiertes Gegengewicht zu der in der Forschung bisweilen überakzentuierten Selbstinszenierung Liszts bilden und zugleich den Fokus auf zwei Rezeptionsstränge legen: die »Lebensbilder« und die »Künstlerbilder«. Beide Stränge sollen zunächst für sich genommen dokumentiert, interpretiert und abschließend als Aspekte einer umfassenden musikpublizistischen Diskursgeschichte wieder zusammengeführt werden. Die Methode bietet die Chance, Liszts Rezeption nicht im Sinne von ›wahr oder falsch‹ biographisch interpretieren zu müssen und gestattet zudem, Abstand von verengenden Polaritäten wie ›Virtuose versus Künstler‹ oder ›neudeutsche versus absolute Musikästhetik‹ zu gewinnen. Mit dem Einbezug von Biographien, Musiklexika, Fachbüchern und einem breiten Panorama der musikalischen Fachzeitschriften soll ein Spektrum gewonnen werden, das das Publikationsnetzwerk um Liszt verdeutlicht und neben einzelnen Wortführern auch häufig anonym bleibenden Gelegenheitsrezensenten und Korrespondenten Raum gibt.

Weitere Informationen unter https://www.hfm-weimar.de/institut-fuer-musikwissenschaft-weimar-jena/forschung/laufende-projekte.html#HfM

Aufruf! - Couchsurfing für MusikwissenschaftlerInnen -

Für viele MusikwissenschaftlerInnen ist es notwendig, Forschungsreisen zu unternehmen. Gleichzeitig reicht die Menge der zur Verfügung stehenden Mittel oft nicht aus.
Der Vorstand der Gesellschaft für Musikforschung unterstützt daher eine Initiative zur Schaffung einer "Übernachtungs-Datenbank" für Mitglieder der Gesellschaft.

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Deutsches Musikinformationszentrum präsentiert neues Informationsportal

Bonn, April 2018

Pressemitteilung

Musikalische Fort- und Weiterbildung in Deutschland
 
Deutsches Musikinformationszentrum präsentiert neues Informationsportal
 
Lebenslanges Lernen ist heute wichtiger denn je. Immer mehr Menschen interessieren sich für Möglichkeiten, sich aktiv neue Kenntnisse anzueignen, auch im Musikbereich. Ab sofort präsentiert das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ),  eine Einrichtung des Deutschen Musikrats, unter https://kurse.miz.org ein neues bundesweites Informations- und Rechercheportal zur musikalischen Fort- und Weiterbildung. Jährlich weit über 2.000 Kurse bieten dabei  für jeden, vom Musikamateur bis zum Profi, das passende Angebot. Entstanden ist das deutschlandweit einzigartige Portal in enger Zusammenarbeit mit den Trägern der musikalischen Fort- und Weiterbildung in Deutschland, insbesondere den Bundes- und Landesmusikakademien.
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