Musikethnologie und vergleichende Musikwissenschaft

Sprecher der Fachgruppe:

Prof. Dr. Julio Mendívil
Ethnomusicologist

Goethe-Universität Frankfurt am Main
FB 09 Sprach- und Kulturwissenschaft
Institut für Musikwissenschaft
Senckenberganlage 31
60054 Frankfurt am Main

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Stellvertreterin der Fachgruppe:

Prof. Dr. Barbara Alge

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Mailingliste der Fachgruppe:

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Prof. Dr. Julio Mendívil
Ethnomusicologist

Goethe-Universität Frankfurt am Main
FB 09 Sprach- und Kulturwissenschaft
Institut für Musikwissenschaft
Senckenberganlage 31
60054 Frankfurt am Main

Statement der Fachgruppe Musikethnologie und vergleichende Musikwissenschaft

Die Fachgruppe Musikethnologie/Vergleichende Musikwissenschaft der Gesellschaft für Musikforschung definiert das Fach Musikethnologie nicht über den Gegenstand der sogenannten „außereuropäischen" bzw. „nicht-westlichen", „traditionellen Musik", sondern über eine kulturwissenschaftliche Perspektive auf den Gegenstand Musik. Aus dieser Perspektive hält die Fachgruppe die Feldforschung als zentrale Methode der Kulturanthropologie für ein wesentliches Merkmal musikethnologischer Forschung und fühlt sich einer kulturrelativistischen, d.h. einer ihre Gegenstände nicht wertenden, sondern um Verstehen der sozialen Akteure bemühten Perspektive verpflichtet. Dementsprechend kann jede Art von Musik, auch Popularmusik, „westliche Musik" und die sogenannte „Kunstmusik" Gegenstand musikethnologischer Forschung sein, solange aus einer kulturrelativistischen Perspektive mittels empirischer Methoden und im Rahmen eines kulturwissenschaftlichen Ansatzes geforscht wird. Neben der empirischen, feldforschungsbasierten Datenerhebung gehören auch musik- und klanganalytische Verfahren in das Methodenspektrum der Musikethnologie, mit deren Hilfe einzelne musikalische oder akustische Ereignisse untersucht werden. Dazu gehören herkömmliche Methoden der Transkription ebenso wie computergestützte Analyseverfahren. Keineswegs auf eine synchrone Perspektive reduzierbar bezieht die Musikethnologie darüber hinaus auch historische Materialien in ihre Forschungen ein, seien es schriftliche oder ikonographische Quellen, historische Tonaufnahmen oder Klangwerkzeuge. Neben ihrem Fokus auf das zeitgenössische Musikleben in den unterschiedlichsten lokalen und zunehmend auch globalen, transkulturellen Kontexten, nimmt die Musikethnologie somit auch historische Perspektiven ein, die bis in das interdisziplinäre Fachgebiet der Musikarchäologie reichen.

Im Sinne einer Außenwirkung und gesellschaftlichen Relevanz des Faches plädiert die Fachgruppe Musikethnologie für das verstärkte Einbringen musikethnologischer Forschungsergebnisse in die verschiedenen Bereiche der Musikausbildung in Deutschland (Musikunterricht an Schulen, Musikpädagogiketc.) und eine Stärkung der angewandten Musikethnologie.

Die Fachgruppe bemüht sich um eine auch interdisziplinäre Vernetzung zum Zwecke der Förderung eines konstruktiven wissenschaftlichen Austauschs innerhalb der Bundesrepublik Deutschland und des deutschsprachigen Raums, sowie um eine verstärkte Anbindung der deutschen Musikethnologie an den internationalen Fachdiskurs.