Musiksoziologie: Zielgruppe und Nutzung des Bandes

Der Kompendienband gliedert sich in vier unterschiedlich umfangreiche Teile (I–IV). Um zu verstehen, woher das musiksoziologische Fragen kommt und über welche Wegmarken es zu welchen Aspekten bereits geführt wurde, stehen als Teil I Wissenschaftstheorie zunächst zwei Beiträge am Beginn, einer zur Ideengeschichte des musiksoziologischen Denkens, der andere zur Verschränkung der musikalischen Phänomene in die anthropologischen Bedingungen seines Trägers, des Menschen.

Versucht der Teil I etwas zur Grundlegung musiksoziologischen Denkens und Fragens beizutragen, stehen in jenem umfassenden Teil II Musiksoziologische Arbeitsfelder die fast schon „klassisch“ zu nennenden „ideellen“, „materiellen“, handlungs- sowie institutionenrückgebundenen Bereiche im Zentrum der Darstellung, in welchem sich konkret Menschen und Musiken, Musiken und Menschen begegnen, was folglich auch Bezugsgröße wie Gegenstandsbereich bisherigen, gegenwärtigen und gewiss auch zukünftigen musiksoziologischen Denkens (mit-)bestimmt.

Teil III stellt sich den Fragen nach der Methodologie und den Methoden, auf denen musiksoziologische Bemühungen fußen oder auf die sie zurückgreifen. Die Tatsache, dass diesen berechtigten Fragen in einem eigenen dritten Teil nachgegangen wird, trägt der Überzeugung Rechnung, dass es weder die Methoden alleine sind, die musiksoziologisches Denken bereits rechtfertigen, noch dass diese sich gewinnen, übertragen und folglich (z.B. aus anderen Wissensbereichen) einfach applizieren lassen, weil das Kompendium, so es überhaupt für eine Einsicht einzutreten sucht, Sache, Blick und Weg als aufeinander angewiesen und sich gegenseitig durchdringend und bedingend und eben nicht als voneinander abgelöst oder verselbstständigt versteht.

Teil IV Literatur, Hinweise für das praktisch-wissenschaftliche Arbeiten stellt für den Benutzer des Kompendiums jenen Ort und die Nachschlagemöglichkeiten zur Verfügung, wo einerseits die gewonnenen Autor(inn)en ihrer Nachweis- und Rechenschaftspflicht genügen, und wo die in Darstellung und Sache äußerst knapp gehaltenen Artikel dem tiefer- oder weiterführenden Leserinteresse mit entsprechenden Hinweisen entgegenzukommen suchen.

Der Kompendienband Musiksoziologie richtet sich an Leserinnen und Leser, die Interesse an soziologische Fragestellungen im Zusammenhang mit Musik haben, aber nicht unbedingt über entsprechendes Grundlagenwissen verfügen.