Musiksoziologie

hg. von Volker Kalisch unter Mitarbeit von Corinna Herr, Laaber 2016, 303 S. (ISBN: 978-3-89007-728-4).

Mit diesem Kompendienband wird ein „Finde- und Arbeitsbuch“ vorgelegt. Es ist so bunt und kaleidoskopartig, wie das, was alles unter dem Oberbegriff „Musiksoziologie“ tatsächlich verstanden und kommuniziert wird. Es beansprucht nicht, aus dieser Vielfalt „die“ Musiksoziologie zu extrahieren, oder zumindest den Diskurs darüber, was denn „Musiksoziologie“ sein könnte, in irgendeiner Form zum Abschluss zu bringen.

Gleichwohl versteht sich der Kompendienband als ein Beitrag, bestimmte Phänomene aufzugreifen, darzustellen und zu diskutieren, die für musiksoziologisches Denken und Vorgehen repräsentativ sind oder für ein solches gelten. Das „Finde- und Arbeitsbuch“ sieht sich in diesem Bemühen dabei keinem bestimmten Ansatz verpflichtet und beabsichtigt genausowenig, einem bestimmten Theorem zuzuarbeiten. Vielmehr tritt es für jene Offenheit ein, um die sich auch die Mitglieder der Fachgruppe „Soziologie und Sozialgeschichte der Musik“ scharen, und die allen gemeinsam notwendig erscheint, um eben dem Missverständnis entgegenzutreten, Musiksoziologie sei eine Angelegenheit der System-Definition oder der methodologischen Ab- und Ausgrenzung. „Musiksoziologie“ hier wird als eine der kulturellen Bedeutung der Phänomene gewidmete Denk- und Deutungsaufgabe verstanden, die den musiksoziologisch Interessierten einerseits selbst fordert und die andererseits die eigenen Erkenntnisse und Interessen dem Fachdiskurs „Musikwissenschaft“ bereichernd rückführt. Ihr Gegenstand sind eben nicht nur die dem musikalischen Handeln entstammenden Artefakte bzw. deren Bedingungen, sondern sie fragt vielmehr nach den kulturellen Bedeutungen und Möglichkeiten des musikalischen Handelns überhaupt sowie nach seinen Akteuren, den unterschiedlichen Menschen.