Tagungsberichte | 2016

Landau in der Pfalz, 1. bis 2. Dezember 2016

Oper und Militärmusik im „langen“ 19. Jahrhundert – Sujets, Beziehungen, Einflüsse

von Lara Rosa Fischer, Mainz

Um die Frage des Beziehungsgeflechts von Militärmusik und Oper ging es bei der Tagung „Oper und Militärmusik im „langen“ 19. Jahrhundert – Sujets, Beziehungen, Einflüsse“, die am 1. und 2. Dezember 2016 in Landau in der Pfalz vom Institut für Musikwissenschaft und Musik der Universität Koblenz-Landau (Campus Landau) in Kooperation mit dem Zentrum Militärmusik der Bundeswehr und dem Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft (Abteilung Musikwissenschaft) der Universität Mainz veranstaltet wurde.

Nach der Begrüßung durch Lothar Bluhm, den Dekan des Fachbereichs Kultur- und Sozialwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, gab Achim Hofer (Landau) in seinem Einführungsvortrag einen Überblick über die verschiedenen Formen der Verflechtung zwischen den beiden Gattungen, die beispielweise in den sogenannten „Opernmärschen“ sowie in den zahlreichen Bearbeitungen von Opern-Passagen für Militärmusik, aber auch in verschiedenen Ausprägungen der inszenierten Militärmusik wie der Banda sul palco ihren Niederschlag finden. So lassen sich sowohl Anleihen militärmusikalischer Gattungen in der Oper als auch starke Einflüsse der Oper besonders in Bezug auf das Repertoire der Militärkapellen feststellen.

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Tübingen, 18. bis 19. November 2016

International Winterschool Digital Musicology – Digitalisierung in der Musikwissenschaft

von Anna Plaksin, Darmstadt

Wie verändert sich das Fach Musikwissenschaft in seinen Methoden und Inhalten unter dem Einfluss der Digital Humanities und der Digitalisierung im Allgemeinen? Welche Auswirkungen hat dieser Wandel auf Lern- und Lehrmethoden sowie berufliche Perspektiven? Im Rahmen der zweitägigen Winterschool „Digital Musicology“ (Organisation: Stefan Morent mit Thomas Schipperges und Matthias Lang/Universität Tübingen in Verbindung mit Rainer Bayreuther/Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg, finanziert im Rahmen der Exzellenz-Initiative der Universität Tübingen) wurden bewusst die generellen Fragen nach Ausrichtung und Umbrüchen des Fachs im Kontext des allgegenwärtigen Digitalen Wandels in den Blick genommen, zum einen in Form einer aktuellen Standortbestimmung, zum anderen in Hinblick darauf, wie eine zukünftige Ausrichtung diesem Spannungsfeld gerecht werden kann. Projektvorstellungen und Impuls-Referate zu verschiedenen Themenkomplexen sollten hierbei bewusst ein breites Spektrum abdecken. Besonders darauf geachtet wurde von den Organisatoren zudem, dass den Diskussionen von Beteiligten und Publikum ein angemessen großer Raum geboten wurde.

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Loveno di Menaggio, 4. bis 5. November 2016

La Ricerca musicale in Germania e in Italia – temi e tendenze attuali

von Klaus Pietschmann, Mainz

Auf Anregung der Villa Vigoni (deutsch-italienisches Zentrum für europäische Exzellenz) fand in deren Räumen in Loveno di Menaggio am Comer See am 4. und 5. November der von der DFG finanzierte Workshop „Musikforschung in Deutschland und in Italien: aktuelle Themen und Tendenzen“ statt. Er hatte das Ziel, den musikwissenschaftlichen Austausch zwischen beiden Ländern anzuregen und über die Förderprogramme der Villa Vigoni zu informieren (zu den entsprechenden Ausschreibungen vgl. www.villavigoni.it). In Kurzreferaten berichteten Fachvertreterinnen und Fachvertreter von italienischen und deutschen Universitäten und Musikhochschulen über aktuelle Forschungsvorhaben, die vor allem auch mit Hinblick auf mögliche Vertiefungen im Rahmen von Tagungen oder gemeinsamen Forschungsprojekten umfänglich diskutiert wurden.

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Leipzig, 14. bis 15. Oktober 2016

Edvard Grieg, sein Umfeld, seine Nachfolge – Neue Forschungen

Patrick Dinslage, Leipzig

Das Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig hatte in Zusammenarbeit mit der Grieg-Begegnungsstätte Leipzig für den 14. und 15. Oktober 2016 zu einer Internationalen Musikwissenschaftlichen Konferenz zum Thema Edvard Grieg, sein Umfeld, seine Nachfolge – Neue Forschungen eingeladen. 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus acht europäischen Ländern waren der Einladung gefolgt und präsentierten im Hörsaal des Instituts ihre neuen Arbeitsergebnisse. Neben sechs skandinavischen Experten – vier aus Norwegen und zwei aus Schweden – waren sechs deutsche Kolleginnen und Kollegen zugegen. Dank der intensiven Kontakte des einladenden Gastgebers, Prof. Dr. Helmut Loos (Leiter des Instituts für Musikwissenschaft), zu Universitäten in Osteuropa, beteiligten sich zum ersten Mal Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Osteuropa zahlreich an einem Grieg-Kongress und machten ein gutes Drittel aller Referentinnen und Referenten aus; neben drei polnischen konnten auch zwei ukrainische Gäste und eine slowakische Forscherin begrüßt werden.

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Halle, 21. bis 23. September 2016

Studienkurs am Händel-Haus „Händels Opern der zweiten Royal Academy of Music“

von Friederike Janott (Berlin), Christopher Lukman (Tübingen) und Nastasia S. Tietze, (Weimar)

Lotario, Partenope oder Sosarme – Georg Friedrich Händels Opern der sogenannten „Second Academy“ (1729 bis 1734) gehören zu den weniger bekannten Werken des Komponisten. Gerade dies war für die Nachwuchs-WissenschaftlerInnen des diesjährigen Studienkurses der Stiftung Händel-Haus, der vom 21. bis 23. September 2016 in Halle stattfand, ein Reiz, sich in intensiven Workshops und anregenden Vorträgen mit „Händels Opern der zweiten Royal Academy of Music“ – so der Titel des Kurses – auseinanderzusetzen.

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Bonn, 19. bis 22. September 2016

Beethoven-Studienkolleg 2016 „Beethoven und Haydn: Schaffensprozesse und Überlieferung“

von Sophia Gustorff, Zürich

Ein Student hält die Kopie eines Skizzenblattes von Haydn in die Höhe: „Hier hat er angefangen, bei Nr. 23, und dann so weitergeschrieben.“ Sein Finger deutet den mutmaßlichen Schreibverlauf in einer Diagonale quer über das Blatt. „Könnte es denn nicht auch sein, dass er tatsächlich bei Nr. 1 begonnen hat?“, melden sich seine Mitstreiter zu Wort. Die jungen Forscher sind voll aktiviert und stehen dabei erst am Anfang eines viertägigen Streifzuges durch den Bereich der Musikphilologie, zu dem das Beethoven-Haus Bonn im Rahmen des Beethoven-Studienkollegs Studenten und Doktoranden seit 2007 regelmäßig einlädt. Das diesjährige Beethoven-Studienkolleg fand vom 19. bis 22. September in Kooperation mit dem Joseph-Haydn-Institut in Köln unter der Leitung von Christine Siegert und Armin Raab statt. Die Veranstaltung zum Thema „Beethoven und Haydn: Schaffensprozesse und Überlieferung“ bot zwölf internationalen Teilnehmern die Gelegenheit, sich praxisnah über das Werk der beiden Komponisten zu informieren und mit Experten in Austausch darüber zu begeben. Die Zusammenarbeit der beiden Forschungsinstitute ermöglichte überdies, Quellen und Kompositionsprozesse im Vergleich zu betrachten und zu diskutieren. Gefördert wurde das Studienkolleg durch die GfM und die Akademie der Wissenschaften in Mainz.

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Brunnen (Schweiz), 9. bis 11. September 2016

„Als Schweizer bin ich neutral“. Schoecks Oper Das Schloss Dürande und ihr Umfeld

von Simeon Thompson, Bern

Im Dachgeschoss des Hotels Eden in Brunnen bildete ein Jugendstilsaal den Rahmen für das Symposium „Als Schweizer bin ich neutral“. Schoecks Oper Das Schloss Dürande und ihr Umfeld. Dicht hinter dem Podium ragte ein großformatiges Plakat für das Othmar Schoeck-Festival, in dessen Rahmen das Symposium stattfand: Mit erhobenem Taktstock und ernster Miene stand er da, der ‚letzte Romantiker‘, seinerzeit der eminenteste Komponist der Schweiz. Das Plakat war jedoch so dicht hinter dem Podium aufgestellt, dass nicht wenige der Vortragenden im ganz buchstäblichen Sinne, wenn auch unabsichtlich, an diesem Bild rüttelten.

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Zwickau, 2. bis 4. September 2016

Kunst und Alltag. Der Briefwechsel von Clara und Robert Schumann.

22. Wissenschaftliche Arbeitstagung zu Fragen der Schumann-Forschung

von Timo Evers, Düsseldorf

Vom 2. bis 4. September 2016 fand die mittlerweile 22. Wissenschaftliche Arbeitstagung zu Fragen der Schumann-Forschung in Zwickau statt. Tagungsort war das Robert-Schumann-Haus, das als Institution zusammen mit der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau als Veranstalter fungierte. Geleitet wurde die Tagung von Michael Heinemann (Dresden) und Thomas Synofzik (Zwickau), die auch als Editionsleiter der 1996 ins Leben gerufenen ersten Wissenschaftlichen Gesamtausgabe der Briefe von Clara und Robert Schumann firmieren. Konnte der erste Band dieser Ausgabe des mit über 20.000 Einzelbriefen enorm umfangreichen Quellenkorpus 2008 veröffentlicht werden, so liegen mittlerweile 22 Bände vor, denen noch ebenso viele weitere folgen sollen.

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Graz, 24. und 25. Juni 2016

Internationale Arbeitstagung: Gender Studies in der Musikwissenschaft. Entwicklungen, Positionen, Tendenzen

von Nadine Scharfetter, Graz

Am 24. und 25. Juni 2016 fand an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz mit der internationalen Arbeitstagung „Gender Studies in der Musikwissenschaft. Entwicklungen, Positionen, Tendenzen“ eine Veranstaltung statt, deren Ziel es war, einen fachübergreifenden Austausch über gegenwärtige Tendenzen sowie zukünftige Entwicklungen von Gender Studies anzuregen. Durch insgesamt 33 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern (Norwegen, Slowenien, USA, Großbritannien, Niederlande, Schweiz, Deutschland und Österreich) und zahlreichen Disziplinen (Soziologie, Literaturwissenschaft, Naturwissenschaften, Ethnomusikologie, Musikpädagogik, Musiktheorie, Gender Studies, Kulturwissenschaft etc.) wurden in vier Sektionen unterschiedliche Positionen und Aspekte der Gender Studies ins Zentrum gestellt. Jede Sektion wurde durch einen musikwissenschaftlichen Vortrag und einen Vortrag außerhalb der Musikwissenschaft eingeleitet, welche im Anschluss in Round Tables diskutiert wurden.

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Hamburg, 26. bis 29. Mai 2016

Gender, Lexikographie und Musikgeschichtsschreibung

von Beatrix Borchard und Elisabeth Treydte, Hamburg

Vom 26. bis 29. Mai 2016 fand an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT) eine internationale Tagung zum Thema „Gender, Lexikographie und Musikgeschichtsschreibung“ statt, zu der Wissenschaftler_innen und Musiker_innen aus vielen europäischen Ländern und den USA zusammenfanden. Ziel war es, die Vernetzung der musikbezogenen Genderforschung, den Aufbau eines Kooperationsnetzwerks sowie die Internationalisierung der Plattform MUGI (= Musikvermittlung und Genderforschung im Internet) weiterzuentwickeln. MUGI besteht aus drei Teilen: einem Online-Lexikon, multimedialen Präsentationen zu verschiedenen Sachthemen und Personen sowie einer Materialsammlung. Die Plattform wird seit 2003 an der HfMT Hamburg unter der Leitung von Beatrix Borchard aufgebaut, das Lexikon enthält mittlerweile über 470 Personeneinträge. Seit 2015 ist Nina Noeske Mitherausgeberin. Die Tagung wurde im Rahmen des Programms „Chancengleichheit / Genderforschung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. 

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Weimar, 14. bis 15. Mai 2016

Komponisten dirigieren: Max Reger im Kontext (Internationale Tagung im Rahmen des Max Reger Festjahres 2016)

von Kai Schabram, Weimar

Am 14. und 15. Mai 2016 fand in der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar die internationale Tagung zum Thema Komponisten dirigieren: Max Reger im Kontext statt. Die Veranstaltung bildete eine Kooperation der Sammlung Musikgeschichte / Max Reger Archiv Meiningen und des Instituts für Musikwissenschaft Weimar-Jena. Die wissenschaftliche Leitung oblag dabei Dr. Maren Goltz und Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt.

Im Zentrum der Tagung stand zum einen die Beschäftigung mit Max Reger in der Personalunion als Musiker, Komponist und Dirigent, der während seiner Meininger Zeit als Hofkapellmeister zahlreiche Werke zur (Ur-)Aufführung brachte. Dabei prägte Reger in der renommierten Nachfolge Hans von Bülows, Richard Strauss’, Fritz Steinbachs und Wilhelm Bergers einen spezifischen „Meininger Klang“, der in der Kritik mitunter auf ein geteiltes Echo stieß. Zum anderen wurden Regers Tätigkeiten im Spannungsverhältnis von Tradition und Innovation den Aktivitäten anderer Komponisten-Dirigenten des 19. und 20. Jahrhunderts gegenübergestellt. Im Zentrum der Vorträge und Diskussionen standen dabei Fragen nach dem Umgang mit fremden und eigenen Werken, nach der Ausprägung charakteristischer Orchesterklänge und Dirigierstile sowie nach möglichen Auswirkungen der Stabführung auf das eigene kompositorische Schaffen.

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Wien, 21. bis 23. April 2016

TroJa-Kolloquium zur Renaissancemusikforschung: Autopsie eines Gesamtkunstwerks. Das Chorbuch der Münchner Jahrhunderthochzeit von 1568

von August Valentin Rabe, Wien

Zur „Autopsie eines Gesamtkunstwerks“ luden Björn R. Tammen und Nicole Schwindt im Rahmen des jährlichen Kolloquiums zur Renaissancemusikforschung (TROJA) Vertreter verschiedener Disziplinen vom 21.–23. April 2016 in den Theatersaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien ein. Auf dem „Seziertisch“ lag die Prachthandschrift 2129 der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB), ein großformatiges Chorbuch (Folio: 64,1 x 58,9 cm), das die Motette Gratia Sola Dei von Orlando di Lasso überliefert und mit zahlreichen Textelementen und einem komplexen Bildprogramm alttestamentarischer Thematik ausgestattet ist. Sogar der Anlass der Komposition und Details über die Aufführung sind bekannt: 1568 erklang das Stück bei einem Bankett der Hochzeit des Wittelsbacher Erbprinzen Wilhelm V. mit Renata von Lothringen. Dem Gegenstand entsprechend konzipierte Organisator Tammen das Kolloquium als multidisziplinäre Inaugenscheinnahme, und brachte in zwölf Referaten MusikwissenschaftlerInnen, KunsthistorikerInnen, eine Historikerin, sowie einen Neulatinisten ins Gespräch, um in drei Konferenztagen eine konzentrierte Arbeit sprichwörtlich „am Gegenstand“ zu ermöglichen. Die von langer Hand geplante und durch eigene Forschungen des Organisators vorbereitete Konzeption erwies sich als sehr fruchtbarer Zugang zu einem Objekt, das in vielerlei Hinsicht Rätsel aufgibt und bisher von der Forschung kaum bearbeitet worden ist.

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Rom (Musikgeschichtliche Abteilung des Deutschen Historischen Instituts), 18. bis 19. März 2016

Integrative Approaches to Contemporary Cross-Cultural Music Making: Turkey, Italy, Germany

von Janina Klassen, Freiburg im Breisgau

Es zieht in den Ohren. Man ist versucht, sich die Töne „zurecht“ zu hören. Doch sind die Interferenzen zwischen den einzelnen Instrumenten, den unterschiedlichen Stimmungssystemen und der Vielfalt von mikrointervallischen Tonproduktionen Teil der Komposition. Onur Türkmens Werk Hat for Kemençe and Strings (2013) war das letzte Stück in einem großartigen Konzert, mit dem die internationale und interdisziplinäre Veranstaltung beschlossen wurde, die das Orient-Institut Istanbul und die Musikgeschichtliche Abteilung des Deutschen Historischen Instituts Rom in Zusammenarbeit mit der Istanbul Berlin Art Bridge (Bahçeşehir University, BAU) veranstaltete. Ziel der inhaltlich sehr reichen und anregenden Tagung war es, wissenschaftliche Reflexion, musikalische Praxis sowie theoretisches und künstlerisches Wissen gewinnbringend in Beziehung zu setzen. So boten theoretische Vorträge und Statements, Workshop Talks, Lecture Concert und Konzert höchst anschauliche multiperspektivische Zugänge. Kunst war dabei nicht Beiprogramm, sondern Teil des Erkenntniszugangs. Dieses in musikwissenschaftlichen Tagungen ungewöhnliche, von Martin Greve (Orient-Institut Istanbul), Sabine Ehrmann-Herfort (Deutsches Historisches Institut Rom, Musikgeschichtliche Abteilung) und Markus Engelhardt (Leiter der Musikgeschichtlichen Abteilung des Deutschen Historischen Instituts Rom) vorbildlich entwickelte Konzept ist vollkommen aufgegangen, sowohl im Hinblick auf die offene Diskussion, als auch im Hinblick auf die mit einem cross-culture-Ansatz verbundenen Probleme. Der Diskurs über ein cross-cultural music making wurde im Dialog mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Komponierenden und Musizierenden sowie den zu hörenden Stücken geführt. Nicht zuletzt zeigte die lebhafte Beteiligung an der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Ernst von Siemens Musikstiftung, der Istanbul Berlin Art Bridge (Bahçeşehir University, BAU) und der Max Weber Stiftung geförderten Tagung modellhaft, wie Musikwissenschaft, Musiktheorie und Kunstschaffende in einem Ansatz von „Artistic Research“ kooperativ funktionieren und sich ergänzen können.

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Magdeburg, 14. und 15. März 2016

Concertare – Concerto – Concert. Das Konzert bei Telemann und seinen Zeitgenossen (Internationale wissenschaftliche Konferenz anlässlich der 23. Magdeburger Telemann-Festtage)

von Maik Richter, Halle/Saale

Das Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg hat in Kooperation mit dem Institut für Musik (Abteilung Musikwissenschaft) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Internationalen Telemann-Gesellschaft e.V. eine wissenschaftliche Konferenz veranstaltet, die den Begriff des Konzertes nicht allein aus der Perspektive einer musikalischen Gattung (Solokonzert, Gruppenkonzert) oder einer Schreibart (Konzertierendes Prinzip) beleuchtete, sondern auch das Konzertwesen in Europa im 18. Jahrhundert in seinen vielfältigen höfisch-aristokratischen wie bürgerlichen Erscheinungsformen thematisierte.

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Wrocław / Breslau, 2. bis 4. März 2016

Tradycje śląskiej kultury muzycznej/ Traditionen schlesischer Musikkultur

von Gesine Schröder, Wien und Leipzig

Unter der Federführung der Inhaberin des Lehrstuhls für Musiktheorie und Geschichte der schlesischen Musikkultur, Anna Granat-Janki, hält die Fakultät für Komposition, Dirigieren, Musiktheorie und Musiktherapie der Breslauer Musikakademie alle zwei Jahre die Konferenz Traditionen schlesischer Musikkultur ab. Breslau ist in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europas, und so fiel die nunmehr 14. Ausgabe der Konferenz besonders üppig aus. Der Akzent lag dieses Mal auf dem Titelwort „Traditionen“: Zusammen mit zwei zur Konferenz gehörigen Konzerten und vier Ausstellungen zeigten die Referate, wie eng die Musikkultur Schlesiens und insbesondere Breslaus stets mit Musik aus anderen Regionen Europas verbunden war und wie wichtig es für schlesische Musiker auch heute ist, sich auf die kulturell diverse, polnisch, tschechisch und deutsch geprägte Vergangenheit ihrer Region zu beziehen.

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Dresden, 21. bis 23. Januar 2016

Sammeln – Musizieren – Forschen. Zur Dresdner höfischen Musik des 18. Jahrhunderts

von Elisabeth Reisinger, Wien

Vom 21.1. bis 23.1.2016 fand an der Sächsischen Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden das internationale Kolloquium Sammeln – Musizieren – Forschen. Zur Dresdner höfischen Musik des 18. Jahrhunderts statt, veranstaltet von der Musikabteilung der SLUB im Rahmen des DFG-geförderten Projekts „Die Notenbestände der Dresdner Hofkirche und der Königlichen Privat-Musikaliensammlung aus der Zeit der sächsisch-polnischen Union“. Im Zentrum standen die Entstehung und Entwicklungen von Musiksammlungen, ausgehend von jener des Dresdner Hofes, im titelgebenden Begriffsdreieck: Sammeln – Musizieren – Forschen.

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Wien, 15. bis 16. Januar 2016

Komposition und Musiktheorie in China seit 1949

von Tycho Brodersen, Wien

Das am Institut für Komposition und Elektroakustik der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ausgerichtete Symposium war Teil eines von der österreichischen Stiftung Eurasia Pacific Uninet (EPU) geförderten Projekts zu Wanderbewegungen musiktheoretischer Denkweisen von West nach Ost (Titel des Gesamtprojekts: „The Cultural Transfer of Central European Music Theory to China“). Kooperierende des Projekt waren die Musiktheorieabteilungen dreier Hochschulen, vertreten durch Gesine Schröder (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien), Cheong Wai-Ling (The Chinese University of Hong Kong) und Zhang Wei (Konservatorium Shanghai). Nach vorausgegangenen Symposien in Hongkong (Jänner 2014) und Shanghai (April 2015) stand bei dem nunmehr dritten und letzten Teil des Projekts die neuere Geschichte der Kompositionstechnik und der Musiktheorie in China im Zentrum, darunter auch Aspekte des Hochschulfachs Harmonielehre. Untersucht wurde, inwieweit allgemein Kulturpolitisches bis in musiktheoretische und kompositorische Konzepte hineinragt. Durch das Studium des zeitgenössischen musiktheoretischen Schrifttums konnte aufgezeigt werden, dass dieses zwischen 1949, dem Jahr der Gründung der Volksrepublik China, bis Ende der Kulturrevolution Mitte der 1970-Jahre politischen Wendungen deutlich, aber mit einer erwartbaren Trägheit und eher pauschal folgte. Daneben wurden zirkuläre und zur Situation in China parallele Phänomene diskutiert: Was erträumten sich linksgerichtete Musiker in Europa von einem kulturrevolutionären China im Bereich der Musik? Und mit welchen kompositorischen Konzepten suchten Komponisten, die im mittleren Europa am Rande des Eisernen Vorhangs lebten, nach der Realisierung einer lokal bestimmten musikalischen Identität? War ihre Suche mit derjenigen vergleichbar, auf die man jenseits der südöstlichen Grenze der Sowjetunion hätte stoßen können?

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