Tagungsberichte | 2013

Rom, 10. und 11. Dezember 2013

Musikwissenschaft im Umfeld des Faschismus. Deutsch-italienische Perspektiven. Workshop für Studierende der Musikwissenschaft

von Stephanie Klauk, Rom

Gefördert vom DAAD veranstalteten die Universität des Saarlandes und die Università degli studi di Roma Tre gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Institut Rom einen Workshop für deutsche und italienische Studierende zum Thema „Musikwissenschaft im Umfeld des Faschismus". In einer deutsch-italienischen Gruppe von Studierenden und Lehrenden wurde am Beispiel der Instrumentalmusik des 18. und 19. Jahrhunderts Musikwissenschaft und Musikästhetik im Umfeld des deutschen und des italienischen Faschismus thematisiert. Ausgehend von zentralen Aspekten der einzelnen Sektionen sollte neben der Darlegung konkurrierender Positionen der deutschen und der italienischen Musikwissenschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch die These von der Instrumentalmusik der ‚Wiener Klassik' als genuin deutscher Errungenschaft hinterfragt werden.

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Gießen, 22. bis 24. November 2013

Typisch Deutsch – (Eigen)Sichten auf populäre Musik in diesem unserem Land (24. Arbeitstagung des ASPM)

von André Rottgeri, Passau

Unter dem Titel Typisch Deutsch – (Eigen)Sichten auf populäre Musik in diesem unseren Land fand vom 22.–24. November 2013 am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Justus-Liebig-Universität in Gießen die 24. Arbeitstagung des ASPM (Arbeitskreis Studium Populärer Musik e.V.) statt. Zu dieser jährlichen Veranstaltung trafen sich diesmal circa 80 Teilnehmer und Referenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um im Rahmen von 27 Vorträgen das Tagungsthema und aktuelle Entwicklungen aus dem Bereich der Popularmusikforschung zu diskutieren. Eröffnet wurde das Konferenzprogramm durch die Dekanin Claudia Bullerjahn und den Vortrag („Typisch deutsche“ populäre Musik heute – Eine Einführung) von Thomas Phleps, der damit eine aktuelle Betrachtung zur deutschen Popmusikszene präsentierte. Phleps’ leicht ironischer Blick auf die deutschen Charts der vergangenen Jahren, die er teilweise als „peinlich“ (z.B. Udo Lindenberg) und überaltert („Die Charts vergreisen“) bezeichnete, konnte als Anstoß für lebhafte Diskussionen verstanden werden. In Bezug auf das Tagungsmotto wurden Fragen zur deutschen Identität zunächst im Referat von Alenka Barber-Kersovan aufgeworfen, die sich intensiv mit der slowenischen Band Laibach auseinandersetzte (Laibachs Germania oder Wie deutsch ist die Neue Slowenische Kunst?). Thorsten Hindrichs’ Vortrag (Heimattreue Patrioten und das „Land der Vollidioten“ – Von der Grauzone, zur neuen deutschen Volksmusik?) widmete sich anschließend dem Diskurs um die Südtiroler Band Frei.Wild, die – laut Hindrichs – unter anderem eine Marktlücke füllt, die sich nach der Auflösung der Frankfurter Gruppe Böhse Onkelz aufgetan hat. Diese Band wiederum wurde von Dietmar Elflein genauer untersucht, der die Gruppe in seinen Beitrag (Die Onkelz gegen den Rest der Welt. Repräsentationen von Männlichkeit im Deutsch Rock) dem Musiker Marius Müller Westernhagen gegenüberstellte.

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Münster, 15.–17. November 2013

Die Oratorien Louis Spohrs: Kontext – Text – Musik

von Attila Kornel

Vom 15. bis 17. November 2013 veranstaltete das musikwissenschaftliche Forschungsprojekt im Exzellenzcluster „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne“ an der Universität Münster eine interdisziplinäre Tagung zum Oratorienschaffen Louis Spohrs. Im Rahmen der Tagung wurden sämtliche vier Oratorien Spohrs aus der Perspektive verschiedener Disziplinen in den Blick genommen und übergreifende Fragen zur Gattungsgeschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts diskutiert.

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Halle (Saale), 14. bis 16. November 2013

Macht und Ohnmacht der Musik. Händel, der Staatskomponist

von Jana Kühnrich, Halle/Saale

Vom 14. bis 16. November 2013 fand in Halle (Saale) die Internationale Wissenschaftliche Konferenz „Macht und Ohnmacht der Musik. Händel, der Staatskomponist“ statt, die ursprünglich für den 10.–12. Juni 2013 geplant gewesen, doch wegen der Hochwasserkatastrophe in Halle genauso wie die Händel-Festspiele abgesagt worden war. Dass die Konferenz nun im November nachgeholt werden konnte, ist dem Engagement der Veranstalter, der Stiftung Händel-Haus, der Abteilung Musikwissenschaft am Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e. V., Internationale Vereinigung, zu verdanken. Das von ihnen aufgestellte Programm der Konferenz stieß bei den über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf großes Interesse, wie die lebhaften Diskussionen bewiesen.

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Würzburg, 14. bis 15. November 2013

Schreiben für das Kunstwerk der Zukunft. Textsorten, Strategien und Inhalte in Richard Wagners Briefen und Schriften
(Richard Wagner Schriften. Historisch-kritische Gesamtausgabe. Festakt und Symposium zum Projektbeginn)

von Andreas Münzmay, Frankfurt am Main

Das im Akademienprogramm mit einer Laufzeit bis 2028 angelegte Vorhaben einer Edition der Schriften Richard Wagners konnte unter Leitung von Ulrich Konrad 2013 an der Universität Würzburg die Arbeit aufnehmen. Dies wurde mit einem Festakt gefeiert und mit einem eintägigen wissenschaftlichen Symposium gewürdigt, welches auch jenseits von Antrags- und Begutachtungsverfahren die Relevanz des Vorhabens in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit eindrücklich vor Augen führte. Den Festakt nutzte Ulrich Konrad, um Dimension und Konzept zu erläutern: Voraussichtlich 229 zu edierende Titel summieren sich zu geschätzten 4000 Druckseiten. Eine chronologische Ordnung, wie sie schon Richard Wagner selbst in seinen Gesammelten Schriften und Dichtungen (GSD)vorgenommen hatte, könne gerade auch über Grenzen einer Textsortensystematik hinweg Bezüge der Schriften und Dichtungen untereinander deutlich werden lassen. Dazu soll die Form der Hybridedition in gedruckten Lesetextbänden, denen eine elektronische Textpräsentation mit ausführlichster textkritischer und genetischer Dokumentation und Kommentierung gegenübersteht, das Ihre beitragen. Konrads Ausführungen zur Editionsgeschichte der Wagner-Schriften, die mit ganz wenigen Ausnahmen historisch-kritischer Einzeleditionen bis heute nur in der von Wagner „inszenierten“ Form der GSD greifbar sind, unterstrich die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Erarbeitung dieses Korpus nachdrücklich. Wagner zu lesen möge anstrengend, mitunter abstoßend sein, so Konrad, aber umso weniger dürfe man ihm „im Modus intellektueller Unterwerfung“ begegnen.

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Wertheim, 25. bis 27. Oktober 2013

Johann Wendelin Glaser (1713-1783): Der Kantor und Praeceptor im Kontext seiner Zeit

Von Lea Roller, Stuttgart

Vom 25. bis zum 27. Oktober 2013 luden der Archivverbund Main-Tauber, die Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg, das Institut für Musikforschung der Universität Würzburg und das Grafschaftsmusem Wertheim zum wissenschaftlichem Symposium und Kantatengottesdienst in das pittoreske Städtchen Wertheim, um sich mit dem weitgehend unbeachteten hiesigen Komponisten Johann Wendelin Glaser zu befassen, dessen Kantaten erst 1903 in der Orgel der Wertheimer Stiftskirche gefunden wurden.

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Weimar, 12. bis 13. Oktober 2013

„Johann Ludwig Krebs (1713–1780): Leben und Wirken“

von Julian Heigel, Berlin

Im herbstlichen Weimar fand vom 12. bis 13. Oktober 2013 das wissenschaftliche Symposium „Johann Ludwig Krebs (1713–1780): Leben und Wirken“ statt. Ausgerichtet wurde das Symposium von der Academia Musicalis Thuringiae (AMT) in Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena aus Anlass des 300. Geburtstages des thüringisch-sächsischen Komponisten Johann Ludwig Krebs. Anliegen der Veranstaltenden war es, Krebs nicht nur als Bachschüler und Orgelkomponisten wahrzunehmen, sondern ihn als eigenständigen, stilistisch vielfältigen Komponisten der Jahrhundertmitte zu begreifen, dessen Œuvre bisher mit Ausnahme der Orgelwerke kaum musikalisch analysiert, interpretiert und kontextualisiert worden ist.

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Berlin 09. Oktober 2013

Genre: Zur ästhetischen und sozialen Klassifikation von Musik

von Christina Kaps, Berlin

Musik sprachlich zu fassen gilt als schwierig, wenn nicht sogar als ganz unmöglich. Nichtsdestotrotz umgibt „die Musik" ein Netz von Begrifflichkeiten und diskursiven Vereinbarungen, die es möglich machen, sich über Musik auszutauschen. Als ein solcher Begriff erweist sich der des Genres – ein Begriff der Kategorisierung musikalischer Wahrnehmung, ein Begriff der Grenzziehung. Seinen Ausgangspunkt nimmt er im Ästhetischen: Genregrenzen markieren, was als ästhetisch angemessen erscheint. Dabei erweisen sie sich zugleich als zutiefst sozial verwurzelt, prägen sie doch auf ihre Weise maßgeblich die soziale Praxis der am musikalischen Prozess beteiligten Akteure. Der interdisziplinäre Workshop Genre: Zur ästhetischen und sozialen Klassifikation von Musik, der am 9. Oktober 2013 im Centre Marc Bloch in Berlin stattfand, rückte den Begriff ins Zentrum der Diskussion und fragte dabei nach Bedeutung, Funktion und Umgang mit dieser Kategorie: Wie formieren sich Genres? Wer ist an ihrer Produktion und Interpretation beteiligt? Welchen Einfluss, welche Konsequenzen haben sie für Musiker, Komponisten, Kritiker, für Fans oder Produzenten und wie stabil oder wandelbar sind solcherlei Grenzziehungen über Raum und Zeit hinweg?

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Rostock, 4. bis 6. Oktober 2013

»Musiktheorie und Ästhetik« – XIII. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)

von Birger Petersen, Mainz

Ästhetische Fragestellungen sind in der Auseinandersetzung mit Musiktheorie allgegenwärtig, ob in der Lehre oder Forschung, historisch oder systematisch und in allen Teildisziplinen. Die Thematisierung von Ästhetik im Rahmen des Jahreskongresses der GMTH in Rostock ist entsprechend nachvollziehbar – zumal sie das Fach in Richtung benachbarter Disziplinen zu öffnen vermag. Dabei kommt diesem Diskurs der Umstand entgegen, dass der Gegenstandsbereich der Ästhetik – von der allgemeinen Theorie der sinnlichen Wahrnehmung bis hin zu philosophischen und soziologischen Theorien der Kunst – ähnlich weit gefasst ist wie derjenige der Musiktheorie. Die in Rostock erörterten Fragen betrafen entsprechend das praktisch-pädagogische Handeln in der Musiktheorie im Verhältnis zur normativen Dimension der Ästhetik, aber auch zwischen wissenschaftlich-theoretischer Reflexion und Musik als ästhetischem Gegenstand.

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Mainz, 28. September 2013

Rezeption und Kulturtransfer. Deutsche und französische Musiktheorie nach Rameau

von Anne-Sophie Lahrmann, Mainz

Am 28.September 2013 versammelten sich Musikwissenschaftler und Musiktheoretiker internationaler Provenienz unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Birger Petersen in der Hochschule für Musik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, um sich über das Thema ‚Rezeption und Kulturtransfer. Deutsche und französische Musiktheorie nach Rameau‘ auszutauschen. Die Geschichte der Rameau-Rezeption in Deutschland ist eine Geschichte der Missverständnisse. Eine bedeutende Rolle spielt in diesem Kontext die Aneignung von Terminologie, aber auch die deutsch-französische Sprachbarriere, die trotz der Gültigkeit des Französischen als lingua franca des 18. Jahrhunderts im Bereich des fachlichen Austauschs deutlich wird. Der deutsch-französische Kulturtransfer des 18. Jahrhunderts scheint dabei im Bereich der Musiktheorie ein einseitiger zu sein: Deutschsprachige Texte wurden in Frankreich nicht oder kaum zu Kenntnis genommen. Im Rahmen des Symposiums, das Teil eines Forschungsprojekts der Hochschule für Musik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist, wurde dieses Problemfeld interdisziplinär aufgearbeitet.

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Halle (Saale), 25. bis 27. September 2013

„Studienkurs am Händel-Haus zum Oratorium Theodora

von Sjur Haga Bringeland, Leipzig/Bergen (Norwegen)

Der alljährlich im Herbst stattfindende dreitägige Studienkurs der Stiftung Händel-Haus in Halle an der Saale bietet fortgeschrittenen Studierenden der Musikwissenschaft und Musikstudierenden mit Schwerpunkt Historische Aufführungspraxis die Möglichkeit, namhaften Händel-Forschern und -Forscherinnen zu begegnen, um sich mit Problemen des Edierens, der Aufführungspraxis und der Rezeptionsgeschichte zu befassen. Auch die Sammlungsbestände der Stiftung Händel-Haus werden besichtigt, eine Sammlung, die neben Dokumenten zum Leben und Wirken Händels auch über eine reiche Instrumentensammlung verfügt.

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Venedig, 19. bis 22. September 2013

Heinrich-Schütz-Fest der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft

von Michael Pauser, Weimar

Erstmals in ihrer Geschichte war es der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft e. V. unter Leitung ihres Präsidenten Prof. Dr. Walter Werbeck gelungen, ein Heinrich-Schütz-Fest in der für den Komponisten so wichtigen Stadt Venedig zu veranstalten. Als lokaler Partner konnte frühzeitig das Deutsche Studienzentrum in Venedig mit PD Dr. Sabine Meine gewonnen werden, die die interdisziplinäre Einrichtung mit Sitz am Canal Grande seit 2010 als Musikwissenschaftlerin leitet. Gefördert wurde das Schütz-Fest zudem durch die Landgraf Moritz-Stiftung in Kassel, die Bremer Hochschule für Künste und ihren Freundeskreis sowie den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. Die Fritz-Thyssen-Stiftung unterstützte das wissenschaftliche Symposion. Die Schirmherrschaft übernahmen das Generalkonsulat Mailand und die Procuratoria von San Marco.

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Genua, 12. bis 14. September 2013

SysMus13 - International Conference of Students of Systematic Musicology

von Laura Neumann und Stefan Hindtsche, Leipzig

Die sechste der SysMus-Konferenzen, einer von Richard Parncutt und Manuela Marin ins Leben gerufenen Tagungsreihe für Studierende der Systematischen Musikwissenschaft, fand vom 12. bis 14. September 2013 im CasaPaganini-InfoMus Research Centre (Genua) statt. Wie in den vorangegangenen Jahren bot diese Tagung vor allem Studierenden und Doktoranden die hervorragende Möglichkeit, aktuelle Projekte zu präsentieren, kennen zu lernen und zu diskutieren. Die Zusammenarbeit mit Antonio Camurri, Direktor der CasaPaganini, und dessen Mitarbeitern erwies sich dabei als besonders gewinnbringend, da an diesem Forschungszentrum auf interdisziplinärer Ebene Aspekte des Musizierens und der Rezeption untersucht werden, die in einzigartiger Weise mit den Interessengebieten der systematischen Musikwissenschaft korrespondieren. So lagen auch die programmatischen Schwerpunkte der einzelnen Sitzungen innerhalb der Forschungsgebietesowohl der CasaPaganini als auch der SysMus-Reihe: Mit der Einführung in „EyesWeb“, der an der Universität Genua entwickelten Software zur digitalen Erfassung und Verarbeitung physikalischerBewegungsmuster, die während des Musizierens stattfinden, gab es zunächst einen Einblick in die aufschlussreichen Untersuchungen, die zur Zeit an der CasaPaganini getätigt werden.

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Bonn, 26. bis 28. August 2013

Einführung in die textkritische Arbeit mit Edirom: Digitale Darstellung von Schreibschichten in Beethoven-Handschriften (6. Beethoven-Studienkolleg)

von Marte Auer, Berlin

Unter dem Thema „Einführung in die textkritische Arbeit mit Edirom: Digitale Darstellung von Schreibschichten in Beethoven-Handschriften“ lud das Beethoven-Haus vom 26.-28. August 2013 Studentinnen und Studenten der Musikwissenschaft zum mittlerweile 6. Beethoven-Studienkolleg nach Bonn ein. Vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert, befasste man sich erneut mit dem Thema Musikedition, dieses Jahr ging es allerdings um den Schritt in die digitale Welt.

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Tel-Aviv, 30. Juni bis 1. Juli 2013

Jahrestagung der Israeli Musicological Society (IMS)

von Benjamin Perl, Tel Aviv

In Israel gibt es seit Jahrzehnten eine rege musikwissenschaftliche Tätigkeit. Bevorzugte Themen sind naturgemäß die Geschichte der jüdischen Musik und Liturgie, die Ursprünge des hebräischen Volklieds und die neu-israelische Kunstmusik. Aber israelische Musikwissenschaftler befassen sich auch mit allen weltweit aktuellen Themen, wie der Geschichte der Musik im Westen, Musiktheorie, Musikpsychologie, Pädagogik und Ethnomusikologie. Die israelische Sozietät für Musikwissenschaft umfasst gegen 100 Forscher und kommt jährlich zu Beginn des Sommers zusammen, jedesmal von einer anderen Universität beherbergt. Dieses Jahr war der Kongress in der Levinsky-Hochschule für Musiklehrer in Tel-Aviv zu Gast.

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Berlin, 27. bis 29. Juni 2013

Die Reichsmusikkammer. Im Zeichen der Begrenzung von Kunst

von Oliver Bordin, Münster

Das von Albrecht Riethmüller (Berlin) geleitete Teilprojekt „Ästhetische Diversifikation als Zukunft der Musik“ im DFG-Sonderforschungsbereich Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste an der Freien Universität Berlin veranstaltete vom 27. bis 29. Juni 2013 gemeinsam mit Michael Custodis (Münster) ein Symposium, das den Einfluss der Reichsmusikkammer (RMK) auf das deutsche Musikleben zum Gegenstand hatte. Mit dieser Veranstaltung wurde eine 1999 in Toronto und 2002 in Berlin begonnene Reihe fortgesetzt, deren Ergebnisse in den Tagungsbänden „Music and Nazism: Art under Tyranny, 1933-1945“ (Laaber 2003) und „Deutsche Leitkultur Musik? Zur Musikgeschichte nach dem Holocaust“ (Stuttgart 2006) dokumentiert sind. Im Fokus der dritten Tagung standen nun sowohl Strukturen, Aufgaben und Personal der RMK, als auch Musiker und Funktionäre, deren Handeln konkrete Rückschlüsse auf die Spielräume und Grenzen von Musik im Dritten Reich erlaubt.

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Leipzig, 20. bis 22. Juni 2013

Das Leipziger Musikverlagswesen im internationalen Kontext

von Linda Escherich, Leipzig

Vom 20. bis 22. Juni 2013 fand in Leipzig ein internationales und interdisziplinäres Symposium zum Leipziger Musikverlagswesen statt. Die von der DFG geförderte Tagung wurde von den Musikwissenschaftlern Stefan Keym und Peter Schmitz organisiert in Kooperation mit Thekla Kluttig und war somit das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Universität Leipzig, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und dem Sächsischen Staatsarchiv – Staatsarchiv Leipzig. Sie verfolgte das Ziel, mit Hilfe von Fallstudien am Beispiel Leipzigs grundlegende Strukturaspekte, Wirkungsmechanismen und Entwicklungsprozesse des Musikverlagswesens aus einer breiten kulturgeschichtlichen Perspektive zu erörtern.

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Venedig, 13. bis 14. Juni 2013

Barcarola. Alltags- und Imaginationsgeschichte des venezianischen Gondelliedes / Barcarola. Il canto del gondoliere nella vita quotidiana e nell'immaginazione artistica

von Henrike Rost, Berlin

Das venezianische Gondellied (ital. Barcarola) ist eng an die Geschichte der Lagunenstadt gebunden. Ungefähr seit Mitte des 18. Jahrhunderts greifbar, hat sich die Barkarole bis in das 20. Jahrhundert hinein, auch in instrumentaler Form und innerhalb der Oper, zu einer europäischen Gattung entwickelt. Dabei hat sie sich weitgehend von ihrem venezianischen Ursprungskontext entfernt und zur Verbreitung von Imaginationen Venedigs in ganz Europa beigetragen.

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Mainz, 10. bis 11. Mai 2013

Schrift, Klang und Performanz. Forschungsperspektiven zur italienischen Oper des langen 18. Jahrhunderts

von Berthold Over, Mainz

Die vom Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Mainz und dem an der Universität Wien beheimateten FWF-Forschungsprojekt „Opera buffa in Wien (1763-1782)“ veranstaltete Tagung „Schrift, Klang und Performanz. Forschungsperspektiven zur italienischen Oper des langen 18. Jahrhunderts“ verfolgte das Ziel, aktuelle Forschungsprojekte der Opernforschung zu präsentieren und ein Forum zum gegenseitigen Austausch von Problemen, Fragestellungen und Resultaten zu bieten.

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Paris, 7.–8. Juni 2013

„Les musiques de films. Nouveaux enjeux, rencontre sensible entre deux arts" (Ausstellung, Katalog und Kolloquium)

von Jürg Stenzl, Salzburg

Filmo-musikologie oder Musiko-filmologie?

Unübersehbar ist in der jüngeren deutschsprachigen Musikologie das Interesse an Filmmusik; das war noch vor 30 Jahren, als 1981 gleichzeitig Helga de la Mottes Filmmusik und Hansjörg Paulis Buch über Musik im Stummfilm erschienen sind, undenkbar. Unverkennbar aber auch, allen unaufhörlich erhobenen Forderungen nach „fächerübergreifendem Arbeiten“ zum Trotz, dass dieses neue Interesse gerade nicht zu einer Verbindung, gar Zusammenarbeit mit der Filmwissenschaft führte. Diese fristete in Deutschland und Österreich (von der deutschsprachigen Schweiz nicht zu reden) innerhalb der Universitäten allenfalls ein Mauerblümchendasein. Von einer konservativ bestimmten deutschen Musikforschung, die jeder Beschäftigung mit dem 20. Jahrhundert mit Skepsis und offener Ablehnung begegnete, konnte damals keine Unterstützung kommen.

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Mainz, 22. bis 24. Mai 2013

The Music Encoding Conference 2013

von Christin Heitmann, Berlin

„Music encoding“ meint die Software-unabhängige Codierung von musikalischen und musikbezogenen Daten mit Hilfe eines XML-basierten Datenformats. Neben Humdrum und MusicXML, bekannt durch die Export-Funktion in gängiger Notensatz-Software, hat sich MEI (Music Encoding Initiative, http://music-encoding.org) während des letzten Jahrzehnts zu einer der wichtigsten musik-bezogenen XML-basierten Datenformate entwickelt. Die Ähnlichkeit mit der Bezeichnung TEI (Text Encoding Initiative, http://www.tei-c.org) ist keineswegs zufällig, lehnt sich der Aufbau von MEI doch stark an die Strukturen von TEI – eines allgemein etablierten Standards für die wissenschaftliche / editorische Auszeichnung von Texten aller Art – an und setzt auf Kompatibilität und Kombinierbarkeit beider Formate. Vor allem die Ausrichtung auf die Erfordernisse wissenschaftlicher Editionen ist diesen beiden Formaten gemeinsam.

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München (Deutsches Museum), 6. bis 7. Mai 2013

Klavierrollen im Katalog. Workshop zur Erschließung von Notenrollen für selbstspielende Klaviere

von Till Kordt-Dauner, München

Das DFG-Projekt zur „Erschließung und Digitalisierung von Notenrollen für selbstspielende Klaviere" wird seit Januar 2013 am Deutschen Museum München von Silke Berdux und Rebecca Wolf durchgeführt. Insgesamt soll der rund 3.000 Notenrollen umfassende Bestand des Museums für die Online-Präsentation erschlossen, katalogisiert und digitalisiert werden. Zu diesem Zweck wird ein zukunftsfähiges und wissenschaftliches Standardverfahren zur Erschließung von Notenrollen entwickelt, das einerseits von den verschiedensten Einrichtungen zur Aufarbeitung von Notenrollenbeständen verwendet werden kann und andererseits dem Nutzer/der Nutzerin die Suche und den Umgang mit allen relevanten Daten der Notenrollen ermöglichen soll. In einem weiteren Arbeitsschritt werden die Notenrollen gescannt und die Digitalisate zur audiovisuellen Präsentation für das Internet aufbereitet.

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Münster, 25. bis 26. April 2013

Imitatio – Aemulatio – Superatio? Vokalpolyphonie des 15./16. Jahrhunderts in Polen, Schlesien und Böhmen

von Dominik Höink, Münster

Das seit einigen Jahren regelmäßig in Münster stattfindende troja-Kolloquium für Renaissancemusik hat unter der organisatorischen Leitung von Jürgen Heidrich in diesem Jahr den Fokus gen Osten gelenkt und sich dem Raum Polens, Schlesiens und Böhmens zugewandt. Durch diese Verschiebung der Blickrichtung sollte die musikhistorische Entwicklung in Osteuropa näher beleuchtet werden, die – vor dem Hintergrund der starken Konzentration auf die franco-flämische und italienische Musik – bisher vielfach als peripher wahrgenommen wurde.

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München, 25. bis 27. April 2013

Richard Wagner in München. Interdisziplinäres Symposium zum 200. Geburtstag des Komponisten

von Sebastian Bolz, München

Die Beziehungen einer Stadt zu der Musik, die dort erklingt, ebenso wie zu den Musikern und Komponisten, die dort wirken, sind komplex und erlauben, ja erfordern Betrachtungen aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven. So erscheint es konsequent, dass im Jahr des 200. Geburtstages von Richard Wagner – mithin eine Figur, die seit jeher Kommentatoren aus zahllosen Disziplinen herausgefordert hat – das Verhältnis des Komponisten zu seinen Wirkungsorten in den Blick rückt, wobei "München neben Bayreuth als Wagner-Stadt schlechthin" (so jüngst Dieter Borchmeyer) zentrale Bedeutung für die Aufführung und Ausstrahlung der Werke zukommt.

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Berlin, 19. bis 21. April 2013

Das Autograph – Fluch und Segen. Probleme und Chancen für die musikwissenschaftliche Edition

von Jakob Hauschildt, Kiel

Die Vorgeschichte dieser Tagung reicht weit zurück: Bereits 1998 und 2000 fanden zwei ‚Editorenseminare' im Curt-Sachs-Saal des Berliner Musikinstrumenten-Museums statt, ein drittes, ebenfalls von Helga Lühning geleitetes, schloss sich 2002 in Düsseldorf an. Das ‚Editorenseminar IV' nun wurde noch von Klaus Döge vorbereitet, dem 2011 verstorbenen Sprecher der Fachgruppe Freie Forschungsinstitute (fffi); seinem Andenken war diese Tagung gewidmet.

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Greifswald, 21. bis 23. März 2013

Musica Baltica: „Gelegenheitsmusik des Ostseeraums vom 16. bis 18. Jahrhundert“

von Eliesa Schulte, Greifswald

Seit 20 Jahren veranstaltet das Greifswalder Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft Musica Baltica-Tagungen zu interregionalen musikkulturellen Beziehungen im Ostseeraum. Die diesjährige Tagung entstand aus dem dort angesiedelten DFG-Projekt „Gelegenheitsmusik des Ostseeraums vom 16. bis 18. Jahrhundert“ und fand im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg statt. Geleitet wurde die Tagung von den Projekt-Mitarbeitern Peter Tenhaef, Beate Bugenhagen und Juliane Peetz-Ullman.

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Venedig, 3. bis 11. März 2013

Venezia moderna - Die Wahrnehmung der Lagunenstadt in Musik, Film und Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts
(Studienkurs des Deutschen Studienzentrums in Venedig / Italienkurs II der Gesellschaft für Musikforschung)


von Elisabeth Probst, Graz

Der Studienkurs des Deutschen Studienzentrums in Venedig zum Thema Venezia moderna. Die Wahrnehmung der Lagunenstadt in Musik, Film und Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts fand vom 3. bis 11. März 2013 unter der Leitung von PD Dr. Sabine Meine und Dr. Stefan Neuner statt und wurde zugleich als diesjähriger Italienkurs II der Gesellschaft für Musikforschung (Leitung: PD Dr. Sabine Meine und Prof. Dr. Christine Siegert, Berlin) abgehalten. Der von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung subventionierte Studienkurs setzt sich zum Ziel, Nachwuchswissenschaftler/innen verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen die Bedeutung der Erforschung Venedigs zu vermitteln und sie auf die vielfältigen Themen und Möglichkeiten aufmerksam zu machen, die es in Verbindung mit der Stadt zu erforschen und zu nutzen gibt.

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London, 8. bis 10. Februar 2013

London International Piano Symposium

von Tanja Eichmann, Köln

Vom 8. bis zum 10. Februar fand am Royal College of Music in London erstmalig ein internationales Klavier-Symposium statt, das durch Christine Mackie, Musikwissenschaftlerin und Künstlerin, ins Leben gerufen und in Kooperation mit Steinway Hall veranstaltet wurde. Das Symposium war interdisziplinär und sollte Künstler, Wissenschaftler, Pädagogen und Studierende zu einem gemeinsamen Diskurs einladen, um das Thema des „Klaviervortrags“ - „Piano Performance“ im einundzwanzigsten Jahrhundert möglichst breit angelegt zu betrachten.

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