Tagungsberichte | 2012

Ferrara, 5. bis 7. Dezember 2012

„Le sinfonie di Luigi Boccherini nel contesto della musica strumentale italiana tra Sette e Ottocento"

von Stephanie Klauk, Rom

An der Università degli Studi di Ferrara fand vom 5. bis zum 7. Dezember 2012 eine internationale Tagung zu den Sinfonien von Luigi Boccherini im Kontext der italienischen Instrumentalmusik zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert statt. Sie wurde ausgerichtet von den Universitäten Pavia, Ferrara, Milano und Catania in Zusammenarbeit mit dem Conservatorio „Frescobaldi" di Ferrara, dem Centro Studi Luigi Boccherini, Lucca, und der Asociación Luigi Boccherini, Madrid.

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Göttingen, 24. November 2012

5. Niedersächsischer Studientag Musikwissenschaft

von Sascha Pelzel, Göttingen

Am 24. November 2012 fand im Musikwissenschaftlichen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen der 5. Niedersächsische Studientag Musikwissenschaft statt. Der Studientag bietet eine jährlich stattfindende Plattform für angehende Musikwissenschaftler/-innen, Promovierende, Lehrende und Vertreter/-innen aus der musikwissenschaftlichen Berufspraxis. Er dient der Vernetzung sowie dem Austausch und schafft die Möglichkeit, aktuelle Dissertationsprojekte und Forschungsthemen vorzustellen. Die diesjährige Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Andreas Waczkat (Göttingen) eröffnet. Nachdem der Studientag im Jahre 2008 in Göttingen ins Leben gerufen wurde, führte sein bisheriger Weg über Hannover (2009), Oldenburg (2010) und Osnabrück (2011) zurück an seinen Geburtsort

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Mainz, 23.-24. November 2012

„Poesia per musica" und römische Adelskultur um 1700: der Fall Antonio Ottoboni

von Sabrina Calì, Mainz

Die italienische Kantate um 1700 ist als Kunstform eng mit der zeitgenössischen Adelsgesellschaft verknüpft. Die Betrachtung dieses Phänomens stand im Mittelpunkt der zweitägigen Tagung „‚Poesia per musica' und römische Adelskultur um 1700: der Fall Antonio Ottoboni", die am 23. und 24. November 2012 im Musikwissenschaftlichen Institut der Johannes Gutenberg Universität in Mainz stattfand und vom Forschungsprojekt der Fritz Thyssen-Stiftung „Die Kantate als aristokratisches Ausdrucksmedium der Händelzeit (ca. 1695-1715)" in Zusammenarbeit mit dem DFG-/ANR-Projekt „MUSICI. Europäische Musiker in Venedig, Rom und Neapel (1650-1750): Musik, Identität der Nationen und kultureller Austausch" organisiert wurde. Als „Fallbeispiel" diente Antonio Ottoboni, der sowohl als Textdichter, als auch als Auftraggeber von Kantaten, Opern und Oratorien eine wichtige Rolle spielte, die bislang jedoch nur in Ansätzen untersucht worden ist. Zugleich sind die Ottoboni ein Paradigma für eine Familie, die aus dem damaligen Ausland (Republik Venedig) nach Rom (Kirchenstaat) kam und aufgrund ihres kulturellen Engagements in kürzester Zeit in den römischen Hochadel aufgestiegen ist. Das Ziel der Tagung war die Erörterung einer Vielzahl von Problemen, die mit unterschiedlichen Formen der Musikpatronage, ihren Zielsetzungen und den dazu eingesetzten Musikgattungen verknüpft sind.

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Köln, 23. November 2012

„Klavierbearbeitung im 19. Jahrhundert"

von Michaela G. Grochulski, Gelsenkirchen

Veranstaltet von der Robert-Schumann-Forschungsstelle Düsseldorf (Klaus Wolfgang Niemöller) in Verbindung mit der Hochschule für Musik und Tanz Köln (Arnold Jacobshagen) und dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität zu Köln (Frank Hentschel) fand im Auditorium der Fritz Thyssen Stiftung Köln am 23. November 2012 ein Symposium mit Konzert zum Thema »Klavierbearbeitung im 19. Jahrhundert« statt. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit dem wissenschaftlich relativ wenig beachteten Klavierauszug und seiner Bedeutung für die Aufführungspraxis. Gegliedert war das Symposium in drei Sektionen und einen den wissenschaftlichen Teil abschließenden Round-Table.

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Saarbrücken, 26. bis 28. Oktober 2012

„Italienische Musik in Deutschland und Frankreich – Parallelen und Diagonalen"
von Stephanie Klauk, Rom

Aus Anlass des 70. Geburtstags von Reinhard Strohm veranstaltete das Institut für Musikwissenschaft der Universität des Saarlandes in Kooperation mit der Musikgeschichtlichen Abteilung des Deutschen Historischen Instituts Rom eine Tagung zum Thema „Italienische Musik in Deutschland und Frankreich – Parallelen und Diagonalen".
Die kurz zuvor bekannt gewordene Auszeichnung Reinhard Strohms mit dem Balzan-Preis war eine erfreuliche Koinzidenz. Der Titel des von Prof. Dr. Rainer Kleinertz und Prof. Dr. Corinna Herr geleiteten Symposiums reflektiert neben der geographischen Lage des Veranstaltungsortes das breite historische Spektrum an Themen, um die sich Strohm mit seinen Forschungen zur europäischen Musikgeschichte verdient gemacht hat.

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Radziejowice, 17. bis 19. Oktober 2012

„Polnische Musikwissenschaft an der Schwelle zum neuen Jahrhundert – Bereiche, Ziele und Methoden/Muzykologia polska u progu nowego stulecia – zakres, cel i metody"
von Anja Krupa, Köln

In diesem Jahr fand zum 41. Mal die Musikwissenschaftliche Konferenz des Verbandes polnischer Komponisten ZKP (Związek Kompozytorów Polskich) statt. Zum ersten Mal wurde diese gemeinsam mit der diesjährigen 10. Konferenz des Nationalen Frédéric Chopin Instituts NIFC (Narodowy Instytut Fryderyka Chopina) organisiert und an einen Ort etwas außerhalb von Warschau, das Schloss in Radziejowice, verlegt. Das Thema der Konferenz bezog sich auf das im letzten Jahr gefeierte 100-jährige Bestehen der polnischen Musikwissenschaft und sollte Einblicke in die aktuelle musikwissenschaftliche Forschung in Polen geben. Vom 17. bis 19. Oktober 2012 fanden die wichtigsten polnischen Musikwissenschaftler zusammen, um in sieben Sektionen und vier Sitzungen die Bereiche, Ziele und Methoden der polnischen Musikwissenschaft darzulegen und zur Diskussion zu stellen.

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Zürich, 12. bis 14. Oktober 2012

„Schubert : Interpretationen. Tagung für Hans-Joachim Hinrichsen"

von Felix Michel, Zürich

Vom 12. bis zum 14. Oktober fand an der Universität Zürich eine Tagung zu Ehren von Hans-Joachim Hinrichsen statt, der in diesem Jahr seinen sechzigsten Geburtstag feierte. Die Veranstalter Ivana Rentsch (Zürich) und Klaus Pietschmann (Mainz), die sich beide als Assistenten von Hans-Joachim Hinrichsen habilitiert haben, wählten für die Tagung eine Themenkombination, die in zwingender Weise zwei Hauptforschungsgebiete des Jubilars verband: Franz Schubert, dem Hinrichsen seit seiner Dissertation immer wieder seine besondere Aufmerksamkeit gewidmet hatte – so kürzlich auch in Form einer kleinen Monographie (Hans-Joachim Hinrichsen, Franz Schubert, München 2011) –, und das in der deutschsprachigen Musikwissenschaft vergleichsweise junge Forschungsgebiet der musikalischen Interpretation, deren Geschichte Hinrichsens Habilitationsschrift in den Blick genommen hatte. Wiewohl die Referate zu losen thematischen Blöcken gruppiert waren („Lied“, „Vokalmusik“, „Varia(tionen)“, „Instrumentalmusik“), ist es doch als Zeichen der glücklichen Tagungskonzeption zu erachten, dass sich Berührungspunkte und komplementäre Einsichten über diese Gruppierung hinaus ergaben. Es soll darum auch hier davon abgesehen werden, die Vorträge streng chronologisch zu referieren.

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Essen, 5. - 7. Oktober 2012

Musiktheorie und Komposition. XII. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH)

von Jürgen Blume, Mainz

Der Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie, der 2012 in der Folkwang Universität der Künste in Essen stattfand, hatte als Leitthema die Frage nach dem Verhältnis von „Musiktheorie und Komposition“ in Historie und Gegenwart.

Schwerpunkte der ersten vier Sektionen waren: 1. „Gegenwärtige kompositorische Praxis und auf sie bezogene Theoriebildung“, 2. „Historische Kompositionslehren und ihre Methoden“, 3. „Kompositionspädagogik und Didaktik der Musiktheorie“, 4. „Instrumentation, Arrangement, Bearbeitung“. Vielfältige freie Beiträge ergänzten in der fünften Sektion das Tagungsprogramm.

Die von Markus Roth und Matthias Schlothfeldt ausgezeichnet konzipierte und geleitete Tagung brachte neben den wissenschaftlichen viele praxisorientierte Vorträge, die einmal mehr bekräftigten, dass Musiktheorie eine Mittlerrolle zwischen Wissenschaft und Praxis einnimmt und „wissenschaftliche Reflexion und kreative Aneignung von Kompositionstechniken“ Hand in Hand gehen, wie die Kongressleiter betonten.

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Berlin, 28. und 29. September 2012

„Bläsermusik der Renaissance: Instrumente, Kontexte, Repertoire"
von Nicole Schwindt, Trossingen

Die von Christoph Flamm an der Universität der Künste Berlin im angenehmen Refugium der Alten Bibliothek veranstaltete kleine, gleichwohl internationale Konferenz stand in Zusammenhang mit einem vom Organisator seit einiger Zeit betriebenen Forschungsprojekt. Dessen Skizze bildete den Problemaufriss und die Aufgabenstellung für die Tagung: Die Bedeutung von Bläsern für die Soundscapes des 15. und 16. Jahrhunderts gehört zu den Selbstverständlichkeiten unseres historischen Wissens. Doch nicht nur, dass dies kaum hinterfragt wird – die Schwierigkeiten beginnen, wenn der Sachverhalt im Detail befragt wird, und sie potenzieren sich, wenn versucht wird, die isolierten Kenntnisse zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Dass man von Letzterem noch weit entfernt ist, ja, dass man womöglich einer Chimäre nachjagt, wenn man von der Bläsermusik als einem homogenen Repertoirebereich ausgeht, machten die Referate gerade in ihren punktuellen Ansätzen deutlich. Klugerweise war der Radius auf Holzblasinstrumente beschränkt, die allenfalls in Kombination mit Trompeten und Posaunen auftreten, denn mit dem kompletten Einbezug der Blechblasinstrumente geriete man vollends in organologisch und sozialgeschichtlich unüberschaubare Gefilde.

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Halle (Saale), 26. bis 28. September 2012

„Studienkurs am Händel-Haus. Händel in Italien und sein Oratorium La Resurrezione"

von Laura Sonnabend, Wiesbaden

Im Herbst 2012 veranstaltete das Händel-Haus in Halle an der Saale für fortgeschrittene Studierende der Musik und der Musikwissenschaft einen Studienkurs, der sich mit Georg Friedrich Händels Aufenthalt in Italien beschäftigte und einen Fokus auf sein in dieser Zeit entstandenes Oratorium La Resurrezione legte. Vom 26. bis 28. September erhielten zwölf Studierende aus verschiedenen Ländern Einblicke in die Arbeit der Redaktion der Hallischen Händel-Ausgabe (HHA) und vieler weiterer Bereiche des Händel-Hauses.

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Heidelberg, 26. bis 28. September 2012

„Das Sonett und die Musik. Poetiken, Konjunkturen, Transformationen, Reflexionen"
von Christine Faist, Heidelberg

Während das Sonett und seine Geschichte im literaturwissenschaftlichen Diskurs fest verankert sind, wurde seine breite musikalische Rezeption bisher nur am Rande wahrgenommen. Um diesem Phänomen entgegenzutreten und zugleich den fächerübergreifenden Austausch zu fördern sowie neue Forschungsperspektiven für beide Disziplinen zu eröffnen, veranstaltete das Musikwissenschaftliche Seminar der Universität Heidelberg vom 26. bis 28. September 2012 ein interdisziplinäres Symposium zum Thema „Das Sonett und die Musik. Poetiken, Konjunkturen, Transformationen, Reflexionen", gefördert von der Jorinde Ulmer Gedächtnisstiftung und in Kooperation mit dem Germanistischen Seminar (Heidelberg), dem Institut für Anglistik/Amerikanistik (Hamburg) sowie der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Die Musik- und Literaturwissenschaftler beschäftigten sich, meist in Tandemvorträgen, mit dem Themenkomplex des Sonetts und seiner Vertonung aus entstehungsgeschichtlicher, (rezeptions)ästhetischer, kompositionstechnischer sowie dichtungstheoretischer, aber auch politischer und kulturhistorischer Perspektive.

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Rom, 24.-26. September 2012

Musikalische Eliten und römische Aristokratie um 1700

von Irene Lehman, Rom, und Elisabeth Probst, Graz

Die internationale und interdisziplinäre Tagung „Musikalische Eliten und Römische Aristokratie um 1700" wurde von den Universitäten Zürich, Mainz und Graz sowie dem Österreichischen Historischen Institut in Rom (ÖHI) organisiert und hatte das Ziel, Ergebnisse des in Mainz angesiedelten Forschungsprojekts der Fritz Thyssen-Stiftung „Die Kantate als aristokratisches Ausdrucksmedium im Rom der Händelzeit" zu bündeln und in den Kontext aktueller Forschungen zur römischen Musikpflege um 1700 zu stellen.

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Bonn, 23. September 2012

„Was nicht in Schumanns Tagebüchern steht. Gerd Nauhaus zum 70. Geburtstag"
von Anja Manthey, Bonn

„Gratulationssymposium mit Grußwort, Laudatio, Vorträgen, Klavierspiel, Wein, Brot, ‚Häppchen' und Gesang" lautete die Ankündigung auf dem Programm der Veranstaltung, die das StadtMuseum Bonn und sein Förderverein in Kooperation mit der Schumann-Forschungsstelle Düsseldorf durchführte. Entsprechend handelte es sich hier weniger um einen rein wissenschaftlichen Informationsaustausch als vielmehr um ein Zusammentreffen freundschaftlich verbundener Weggenossen, die Wissenswertes auf unterhaltsame Weise vermittelten und der Beobachtung des Jubilars, „dass nämlich Schumann im allgemeinen verbindet und nicht trennt", - so zu lesen in der Laudatio, die er 2009 aus Anlass der Verleihung des Robert-Schumann-Preises auf Michael Struck und Reinhard Kapp gehalten hatte - noch einmal Nachdruck verliehen.

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Wien, 21. bis 23. September 2012

„Gender Music Voice"

Anja Brunner


Männerstimmen sind wie Frauenstimmen – oder doch nicht?

Bericht zum Internationalen Symposium „Gender Music Voice" am Institut für Musikwissenschaft, Universität Wien. Veranstaltet von Prof. Dr. Regine Allgayer-Kaufmann
21. bis 23. September 2012.

Wie ist es um die Beziehung zwischen Gender und Singstimme bestellt? Dieser Frage wurde im Rahmen des Symposiums „Gender Music Voice" an der Universität Wien nachgegangen. Dass die alltägliche Annahme von tiefen Männerstimmen und hohen Frauenstimmen zu einfach ist und der Realität nicht entspricht, wurde dabei rasch deutlich. Der Blick der Teilnehmenden fiel dementsprechend auf physische Möglichkeiten ebenso wie auf gesellschaftliche Normen, vor allem auf kulturelle Tabus. Dabei traten in den Beiträgen zwei komplementäre Zugänge zu Tage: Einerseits die Diskussion von Irritationen von Genderidentitäten durch Stimme und Musik, andererseits aus ethnomusikologischer Perspektive die Analyse von stimmlichen Realitäten in Verbindung mit unterschiedlichen Genderkonzepten. Nicht überraschend war das Fazit, dass es keine universell einheitlich definierte Zuordnung zwischen stimmlichen Charakteristika und Gender gibt. Die Stimme an sich ist nicht per se „weiblich" oder „männlich". Sie wird erst durch soziale und kulturelle Zuschreibungen dazu gemacht.

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Görlitz, 14. bis 15. September 2012

„Musik und Konfessionskulturen in der Oberlausitz der Frühen Neuzeit"
von Ute Evers, Augsburg

Am 14./15. September 2012 fand im Rahmen des Themenjahrs »Reformation und Musik« in Görlitz die Herbsttagung der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften e.V. zum Thema »Musik und Konfessionskulturen in der Oberlausitz der Frühen Neuzeit« statt. Sie wurde von Thomas Napp (Görlitz) und Christian Speer (Halle a. d. Saale) organisiert. Dabei stand die grenzüberschreitende Rolle der Oberlausitz zwischen Sachsen, Schlesien und Böhmen im Mittelpunkt. Die Publikation der Beiträge in einem Tagungsband ist von den Organisatoren für 2013 geplant.

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Bonn, 27. bis 29. August 2012

"5. Beethoven-Studienkolleg: Editionspraxis am Beispiel der Diabelli-Variationen"
von Sophia Gustorff, Berlin

Zum fünften Mal lud das Beethoven-Haus Bonn junge Musikwissenschaftler zum Studienkolleg ein, das in diesem Jahr vom 27. bis 29. August zum Thema „Beethoven edieren. Einführung in die Editionspraxis" stattfand. Die aus Mitteln des Beauftragten für Kultur und Medien finanzierte Veranstaltung bietet vornehmlich Studierenden, aber auch Doktoranden und Absolventen die Gelegenheit, sich über die universitäre Ausbildung hinaus weiterzubilden, zu orientieren und auszutauschen. Die Werkedition wurde unter Anleitung von Bernhard R. Appel, Leiter des Beethoven-Archivs und Initiator der Kolleg-Reihe, am Beispiel der Diabelli-Variationen op. 120 geübt.

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Coimbra, 12. bis 17. Juli 2012

„20. IGEB-Konferenz"
von Jörg Murschinski, Welzheim

Die portugiesische Universitätsstadt Coimbra war der diesjährige Austragungsort der alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik (IGEB). Die Veranstaltung, die von Andre Granjo federführend organisiert wurde, dauerte vom 12. Bis 17. Juli und stand unter dem Generalmotto On the Border: Bridging the Path Between Tradition and Art. Diesmal nahmen insgesamt 39 Referenten aus 15 Ländern – insbesondere Musikwissenschaftler und Musikhistoriker, aber auch Orchesterpraktiker und Dirigenten – an dem Symposium teil und boten mit ihren Beiträgen ein breit gefächertes Themenspektrum.

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Berlin (Universität Potsdam), 12. bis 14. Juli 2012

The Art of Listening – Trends und Perspektiven einer Geschichte des Musikhörens

von Matthias Haenisch & Lydia Rilling, Berlin

Vom 12. bis zum 14. Juli 2012 fand im Radialsystem V in Berlin die internationale Konferenz „The Art of Listening – Trends und Perspektiven einer Geschichte des Musikhörens“ statt. Ziel der Konferenz war es, zum einen Bilanz des aktuellen Stands der Forschung seit James Johnsons Studie Listening in Paris (1995) zu ziehen und zum anderen Perspektiven zu weiteren Forschungsdesiderata aufzuzeigen. Dass die Geschichte des Musikhörens seit Mitte der 1990er Jahre in verschiedenen Disziplinen auf großes Interesse stößt, wurde schon dadurch ersichtlich, dass die Konferenz gemeinsam von dem Musikwissenschaftler Christian Thorau (Universität Potsdam) und dem Kulturhistoriker Hansjakob Ziemer (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin) konzipiert und organisiert wurde.

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Dresden, 21. bis 23. Juni 2012

„Dresden, Italien und die Anfänge der Wiener Klassik. Joseph Schuster in der Musik seiner Zeit"

von Sonja Jüschke, Koblenz

Joseph Schuster (1748 – 1812) war ein heute beinahe unbekannter Dresdner Hofkapellmeister, der zu seiner Zeit eine wichtige Rolle im Musikleben spielte. Schwerpunkte seines Schaffens bildeten die Kirchenmusik und die Oper bzw. das deutsche Singspiel, er komponierte jedoch auch Instrumentalwerke, hauptsächlich Kammermusik. Seine Aufgaben am Dresdner Hof umfassten unter anderem die Leitung der Kirchenmusik und der Opernaufführungen, wobei er sich mit seinen Kollegen Naumann und Seydelmann abwechselte.

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Mainz, 15. bis 16. Juni 2012

 „Schauspielmusik im Kontext der europäischen (Musik)Theatergeschichte"

Benjamin Scholten, Mainz

Im Rahmen des im letzten Jahr am Musikwissenschaftlichen Institut in Mainz neu eingerichteten Themenschwerpunkts Schauspielmusik im Kontext der europäischen (Musik)Theatergeschichte fand dort am 15. und 16. Juni 2012 ein erster Workshop statt. Dieser diente einerseits der Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Forschungslage, vermochte darüber hinaus aber auch auf vielversprechende Desiderate aufmerksam zu machen. Drei thematische Sektionen widmeten sich unterschiedlichen Epochen aus den verschiedensten Perspektiven. Dabei wurden weite Bögen gespannt, die von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart reichten. Neben Musikwissenschaftern kamen auch Theaterwissenschaftler, Germanisten, Kulturanthropologen und Musiker zu Wort.

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Mainz, 04. bis 06. Juni 2012

"Music Documentation in Libraries, Scholarship, and Practice"

von Jonathan Gammert und Fabian Kolb (Mainz)

Anlässlich des 60. Geburtstags des Répertoire International des Sources Musicales fanden sich vom 04. bis 06. Juni zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Musikwissenschaft und des musikspezifischen Bibliothekswesens in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz zu einer – im Wortsinne – internationalen Tagung ein. Dass sich derart viele Länderrepräsentanten aus nahezu allen Kontinenten zusammenfanden, um über gegenwärtige Entwicklungen und die Zukunft des ambitionierten Erschließungsprojektes zu berichten und zu diskutieren, scheint in der Tat gleichermaßen selten wie erfreulich.

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Halle (Saale), 4. bis 6. Juni 2012

„Händel und die Konfessionen"

von Teresa Ramer-Wünsche, Halle an der Saale

Anlässlich der Händel-Festspiele 2012 in Halle (Saale) luden die Franckeschen Stiftungen, die Stiftung Händel-Haus, Halle/Saale, das Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Abteilung Musikwissenschaft, und die Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e. V. vom 4. bis zum 6. Juni 2012 zu der Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz ein, in deren Mittelpunkt die Frage nach dem Einfluss der konfessionellen Zugehörigkeit auf den Lebensweg und das kompositorische Schaffen Georg Friedrich Händels stand.

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Thurnau, 17. bis 19. Mai 2012

„Singstimmen. Ästhetik – Geschlecht – Vokalprofil"

von Sarah Manthey, Bayreuth

Vom 17. bis 19. Mai fand im Forschungsinstitut für Musiktheater auf Schloss Thurnau (Fimt) das musikwissenschaftliche Symposion „Singstimmen. Ästhetik – Geschlecht – Vokalprofil"
statt. International besetzt bündelte die von Saskia Maria Woyke, Anno Mungen und Stephan Mösch veranstaltete Tagung dabei nicht nur musikwissenschaftliche Expertise, sondern auch interdisziplinäre Impulse von Seiten der allgemeinen und kulturellen Geschichtswissenschaft, der Medizin oder etwa der Literaturwissenschaft. Am ersten Veranstaltungstag erfolgte zudem die Verleihung des Thurnauer Preises für Musiktheaterwissenschaft 2011 an Marie-Hélène Benoit-Otis. Darüberhinaus war das Symposion zugleich die Auftaktveranstaltung des Forschungsschwerpunktes „Musik – Stimme – Geschlecht", das gegenwärtig mit zwei DFG-geförderten Projekten am Fimt verankert ist.

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Münster 10.-11. Mai 2012

„Musikalische Performanz im medialen Spektrum päpstlicher Repräsentation um 1500"

von Anna Plaksin, Mainz

Die elfte Tagung im Rahmen der jährlich in Münster stattfindenden Reihe „troja. Kolloquium und Jahrbuch für Renaissancemusik" widmete sich diesmal, erstmals unter der Ägide von Klaus Pietschmann (Mainz), der Frage nach der Rolle der Musik im Rahmen päpstlicher Repräsentationsstrategien. Wie Pietschmann bereits zu Beginn betonte, fand die musikalische Praxis um 1500 zwar nirgends eine vergleichbare Dokumentation wie am Papsthof, allerdings wurde ihre Einbettung in das System päpstlicher Repräsentation bisher lediglich ansatzweise hinterfragt. Wie die Beiträge der Tagung unterstrichen, ist eine Zusammenschau und Weiterentwicklung dieses weitreichenden Themenkomplexes in diesem Zuge mehr als geboten.

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Mainz, 26. bis 28. April 2012

 „Intermedialität von Bild und Musik"

von Monique Hoffmann, Mainz

Die enge Verwandtschaft zwischen Musik und Bildkunst bei gleichzeitiger grundsätzlicher Differenz war spätestens seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert Anlass einer vielfältigen kunsttheoretischen wie künstlerischen Auseinandersetzung. Das dreitägige Symposium unter dem Titel „Intermedialität von Bild und Musik" verfolgte – als Kooperation zwischen dem Musikwissenschaftlichen Institut und dem Institut für Kunstgeschichte der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität in Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz – nicht nur die Absicht einer Diskussion der vielschichtigen Thematik, die über die jeweilige Fachrichtung hinausgehen sollte, sondern auch dezidiert die Intention einer Verflechtung. Die Themen des Symposiums, in zwei Sektionen gegliedert, behandelten im ersten Teil die Intermedialität von Bild und Musik in der Frühen Neuzeit, bevor im zweiten Teil der Blick auf die Moderne und Gegenwart gelenkt wurde. Gemäß dem interdisziplinären Charakter der Tagung wurden die thematischen Inhalte zu etwa gleichen Teilen von Kunsthistorikern und Musikwissenschaftlern diskutiert, wobei jedem Vortrag eine Response aus Sicht der jeweils anderen Disziplin nachgestellt war.

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Rom, 26. April 2012

„Maestro! L’arte interpretativa dei direttori d’orchestra italiani nel Novecento“

von Carlo Mertens, Greifswald/Rom

Ist die nationale Repertoirepflege für italienische Dirigenten heute noch von Belang? Und wie hat sich das Verhältnis zwischen Dirigent und Avantgarde im Italien des 20. Jahrhunderts verändert? Dies waren zwei von vielen Kernfragen der von Peter Niedermüller am Deutschen Historischen Institut in Rom veranstalteten Tagung. Die Beiträge sollen in der Institutsreihe, den Analecta Musicologica, erscheinen.

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Saarbrücken, 21. - 22. April 2012

Deutsch-Französisches Symposion „Wolfgang Rihm und Antonin Artaud“

von Viviane Waschbüsch, Saarbrücken

 

Aus Anlass des 60. Geburtstags des Komponisten Wolfgang Rihm veranstaltete das Institut für Musikwissenschaft der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit dem Institut Français Saarbrücken und dem Frankreichzentrum der Universität eine deutsch-französische Tagung über Wolfgang Rihm und Antonin Artaud. Die Veranstaltung fand in Anwesenheit des Komponisten vom 21. bis 22. April 2012 auf dem Campus der Universität des Saarlandes statt und beschäftige sich am Beispiel Rihms mit den vielseitigen Wechselbeziehungen zwischen zeitgenössischer Komposition und Theatertheorie. Um die problemlose Verständigung in den beiden Sprachen zu ermöglichen, wurden die Vorträge und die daran anknüpfenden Diskussionen simultan übersetzt.

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Rom, 24. März bis 1. April 2012

1. Italienkurs Musikwissenschaft „Rom als Musikstadt"

von Christiane Peterlein, Judith Schor und Mareike Wink

Musik steht immer in Wechselbeziehung zu ihrem Kontext. Soviel ist jedem Studierenden der Musikwissenschaft bereits nach dem Einführungskurs klar. Dass eine intensive Auseinandersetzung mit Musikkultur jedoch nicht nur der Bezugnahme auf gesellschaftliche Paradigmen, sondern auch der Betrachtung räumlicher Begebenheiten bedarf, mag im Verlauf eines Studiums, das über weite Strecken in Bibliotheken und Seminarräumen verbracht wird, leicht in Vergessenheit geraten. Um dem „spatial turn" (mehr) Raum zu geben, sowie das Verständnis und den Blick für „musikalische Topografie" zu schulen, hat die Gesellschaft für Musikforschung in diesem Jahr erstmals 16 Studierende der Musikwissenschaft für eine Woche (24. März – 1. April 2012) zu einem Studienprogramm eingeladen, das in den kommenden Jahren mit insgesamt 5 Studienkursen „Italien als Land der Musik" in den Blick nehmen will. Organisation und Leitung dieses Programms liegen in den Händen von PD Dr. Sabine Meine (Deutsches Studienzentrum in Venedig / Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) und Prof. Dr. Christine Siegert (Universität der Künste Berlin).

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Magdeburg, 15. bis 16. März 2012

„Vom Umgang mit Telemanns Werk einst und jetzt. Telemannrezeption in drei Jahrhunderten"

von Christine Klein, Halle an der Saale

Im Zeichen der 50-jährigen Tradition der seit 1962 veranstalteten Magdeburger Telemann-Festtage widmete sich die diesjährige Internationale Wissenschaftliche Konferenz, die in bewährter Weise vom Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung der Landeshauptstadt Magdeburg in Kooperation mit dem Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Abteilung Musikwissenschaft, sowie mit der Telemann-Gesellschaft e. V. (Internationale Vereinigung) ausgerichtet wurde, der Problematik der Telemannrezeption im Zeitraum dreier Jahrhunderte. In seiner Begrüßung wies Carsten Lange, Wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg, auf den beispiellosen Wandel des Telemann-Bildes durch die Geschichte hin und kündigte ein reichhaltiges Themenspektrum der Konferenzbeiträge an. Thematisiert wurden nachfolgend Fragen des praktischen Umgangs mit Telemanns Kompositionen sowohl zu Lebzeiten als auch nach dem Tod des Komponisten (1767), ebenso Fragen nachlassender Wahrnehmung und Wertschätzung Telemanns insbesondere im 19. Jahrhundert sowie Grundlinien der Telemannrezeption im 20. Jahrhundert.

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Graz, 20. bis 21. Januar 2012

„Giacinto Scelsi heute: Ästhetische Dimension und Kompositorischer Prozess“

von Christa Brüstle, Graz

Mit einem Symposion zu aktuellen Forschungen über Leben und Werk Giacinto Scelsis konnten Federico Celestini und Elfriede Moschitz einen Markstein setzen, der als ein Resultat ihres vom FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) geförderten Projektes „Giacinto Scelsi und Österreich“ für große Resonanz sorgte. Das Symposion wurde durchgeführt am Institut für Musikästhetik der Kunstuniversität Graz in Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck. Eine ganze Reihe namhafter Scelsi-ForscherInnen aus Italien, Österreich, Deutschland und aus der Schweiz war versammelt, um vor allen Dingen zu demonstrieren, welche neuen Möglichkeiten der wissenschaftlichen und interpretatorischen Arbeit über Scelsi durch die Bereitstellung seiner Tonaufnahmen im Archiv der „Fondazione Isabella Scelsi“ in Rom seit 2009 offen stehen.

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Göttingen, 20. Januar 2012

„Die musikalische Missionsarbeit der Jesuiten in Spanisch- und Portugiesisch-Amerika, 1540-1773: Forschungsperspektiven"

von Irina Pawlowsky, Tübingen

Am 20. Januar 2012 fand am Musikwissenschaftlichen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen ein Symposium der Forschergruppe „Musik, Konflikt und der Staat" zur musikalischen Missionsarbeit der Jesuiten in Spanisch- und Portugiesisch-Amerika statt. Das Thema hat in letzter Zeit im Zusammenhang mit Notenfunden und CD-Einspielungen zunehmend an Bedeutung für die Musikforschung gewonnen, wobei eine umfassende Verbindung einzelner Fallbeispiele, die eine musik-, kolonial- sowie sozialgeschichtliche Einordnung der musikalischen Missionsarbeit ermöglichen würde, eher ausblieb. Im Rahmen des Symposiums sollten nicht nur der aktuelle Forschungsstand und die Quellenlage sowie bedeutende Forschungslücken ermittelt, sondern auch neue interdisziplinäre Forschungsperspektiven aufgedeckt werden. Neben musikwissenschaftlichen wurden so insbesondere auch kirchengeschichtliche Perspektiven einbezogen.

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Rom, 19. bis 21. Januar 2012

"Musicisti europei a Venezia, Roma e Napoli (1650-1750): Musica, identità delle nazioni e scambi culturali"

von Magdalena Boschung, Mainz

Vom 19. bis 21. Januar 2012 fand am Deutschen Historischen Institut Rom und an der École Française de Rome der Abschlusskongress des ANR-DFG Projekts MUSICI statt. Am ersten Kongresstag begrüßten Michael Matheus und Sabine Ehrmann-Herfort die Tagungsteilnehmer am Deutschen Historischen Institut und betonten die Wichtigkeit des Projektes sowohl für das Institut als auch als Vorbild interdisziplinärer und internationaler Forschungszusammenarbeit. Die Projektleiterinnen Gesa zur Nieden und Anne-Madeleine Goulet sprachen als Veranstalterinnen ein Grußwort und skizzierten Ziele und Struktur der Tagung, die einerseits eine Präsentation der zweijährigen Projektarbeit darstellte und andererseits eine Grundlage für den Austausch mit externen Wissenschaftlern bieten sollte. Das Projekt hat zum Ziel, der starken Erforschung der europäischen Musikermigration von der italienischen Halbinsel aus eine Untersuchung der Reisen und Aufenthalte europäischer Musiker in Venedig, Rom und Neapel zwischen 1650 und 1750 an die Seite zu stellen. Auf diese Weise sollen Fragen der Quantität und Qualität des kulturellen Austausches und der Entstehung der sogenannten musikalischen Nationalstile beleuchtet werden. Hierzu wurden die Wege und Wirkungsstätten europäischer Musiker in den Blick genommen, die zur Zeit der europaweiten Verbreitung der italienischen Gattung Oper in den Musikzentren Venedig, Rom und Neapel tätig waren. Die unterschiedlichen Forschungsfelder wurden in den vier Sektionen des Kongresses abgebildet.

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