Tagungsberichte | 2011

Osnabrück, 1. bis 3. Dezember 2011:

„Musik und Emblematik in der Frühen Neuzeit"

von Siegrid Westphal, Osnabrück

Die Paarung Musik und Emblematik hat außer in zwei herausragenden Monographien von Reinhold Hammerstein und Elena Laura Calogero bislang nur wenig Interesse finden können. Grund dafür ist die communis opinio, dass Embleme bimediale Einheiten aus Text(en) und Bild seien und die Musik in ihnen höchstens als ein Sujet unter vielen eine Rolle spielt. Dagegen setzte eine im Dezember am Interdisziplinären Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit in Osnabrück durchgeführte Tagung die These, dass a) gelegentlich auch Musik als ein drittes Medium und Zeichensystem in das synmediale Bedeutungsspiel integriert werden konnte und b) Komponisten sich die emblematische Denkweise zueigen machten und gezielt auf eine multimediale Produktion und Rezeption setzten.

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Frankfurt und Köln, 26. bis 29. Oktober 2011:

„Ferdinand Hiller (1811–1885). Komponist – Interpret – Musikvermittler"

von Alexander Butz, Kiel

In Hugo Riemanns Rückblick auf das gerade vergangene 19. Jahrhundert, der Geschichte der Musik seit Beethoven von 1901, gilt Ferdinand Hiller für große Teile der zurückliegenden Dekaden als „der angesehendste und einflußreichste Musiker des westlichen Deutschland". Gegenüber diesem gewichtigen Votum nimmt sich die Aufmerksamkeit, mit der Musikpraxis und -forschung den 1811 in Frankfurt am Main geborenen Komponisten, Pianisten, Dirigenten, Konzertveranstalter, Pädagogen und Musikschriftsteller in jüngerer Zeit bedachten, eher spärlich aus. Die anhaltende Reihe von zweihundertjährigen Geburtsjubiläen der um 1810 geborenen Musikergeneration barg im vergangenen Jahr die Gelegenheit, abseits der Feierlichkeiten für besser etablierte Vertreter dieser Gruppe gleichfalls einen Impuls zur Erforschung von Leben und Schaffen Hillers zu setzen. Dies geschah vom 26. bis 29. Oktober 2011 in Gestalt eines internationalen musikwissenschaftlichen Symposiums in Hillers Geburtsstadt sowie seinem späteren Hauptwirkungsort Köln. Die wissenschaftliche Leitung oblag Prof. Dr. Peter Ackermann (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt a.M.), Prof. Dr. Arnold Jacobshagen (Hochschule für Musik und Tanz, Köln) und Prof. Dr. Wolfram Steinbeck (Universität zu Köln), die das Symposium in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft für Rheinische Musikgeschichte als Gemeinschaftsprojekt ausrichteten.

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Lübeck, 25. bis 27. Novemver 2011:

„Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen – Gattungen, Werke, Kontexte“

von Andrea Hammes, Lübeck

Vor 250 Jahren wurde in Lübeck der Komponist Friedrich Ludwig Aemilius Kunzen geboren. Zur Würdigung des Jubiläums fand an der Musikhochschule Lübeck vom 25. bis 27. November 2011 eine unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann (Berlin, ehemals Lübeck) und PD Dr. Christiane Wiesenfeldt (Hamburg) stehende internationale Tagung statt. Der Fokus der Veranstaltung wurde dabei, dem Veranstaltungsort Musikhochschule angemessen, weniger auf biographische Details aus dem Leben des späteren dänischen Hofkapellmeisters, als vielmehr auf seine Werke gerichtet. Die Referate beschäftigten sich demnach mit den verschiedenen von Kunzen bedienten musikalischen Gattungen und einzelnen Beispielwerken, stellten aber immer wieder auch die Frage nach den Gründen für den ausgebliebenen Nachruhm dieses originellen und technisch ausgesprochen versierten Komponisten.

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Köln, 23. und 24. November 2011:

„Kunst und Kommerz im Progressive Rock“

von Martin Lücke und Klaus Näumann, Köln

Am 23. und 24. November 2011 fand an der Universität zu Köln in Kooperation mit der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) die internationale Arbeitstagung „Kunst und Kommerz im Progressive Rock“ statt. In seiner Begrüßungsrede thematisierte Direktor Reinhard Schneider zunächst die Entwicklung des an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln angesiedelten Instituts, das im Jahr 2010 von Institut für Musikalische Volkskunde in Institut für Europäische Musikethnologie umbenannt sowie im Jahr 2011 mit einer Juniorprofessur ausgestattet wurde, die neue Themenschwerpunkte, wie beispielsweise Progressive Rock, erlaube und begünstige.

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Saarbrücken, 18. bis 19. November 2011:

"Russian Émigré Culture: Conservatism or Evolution?"

von Anna Fortunova, Hannover

Im Mittelpunkt des interdisziplinären internationalen Symposiums "Russian Émigré Culture: Conservatism or Evolution?" standen verschiedene Aspekte der Kultur Russlands „außerhalb der Grenzen" im 20. und 21. Jahrhundert, die sowohl unter musikwissenschaftlicher und literaturwissenschaftlicher, als auch kunsthistorischer Perspektive behandelt wurden.

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Schwäbisch Gmünd, 18. bis 20. November 2011:

Schwäbisch Gmünd, 18. bis 20. November 2011:
„200 Jahre Tradition der Musiklehrerausbildung in Württemberg“

von Ralf Wittenstein, Würzburg

Vor genau 200 Jahren wurde 1811 in Esslingen am Neckar das erste protestantische Lehrerseminar im Königreich Württemberg errichtet. Im Jahre 1825 folgte, als ostwürttembergisches Pendant, die Gründung des katholischen Lehrerseminars in Schwäbisch Gmünd. Damit wurde ein Grundstein für die Ausbildung von Lehrern gelegt: Das gegenwärtige Profil der Pädagogischen Hochschulen des Landes Baden-Württemberg steht in direkter Tradition dieser Schullehrerseminare.

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Oaxaca (Mexiko), 17. bis 19. November 2011:

„El ritual sonoro catedralicio en la Nueva España y el México independiente“

von Klaus Pietschmann, Mainz

Mit dem Kolloquium in der innerhalb des monumentalen Dominikanerkonventes von Oaxaca gelegenen Biblioteca Burgoa ging ein zweijähriges, vom mexikanischen Consejo Nacional de Ciencia y Tecnología (CONACYT) gefördertes Forschungsprojekt der Universitäten von Puebla und Guadalajara, der Universidad de Mexico (UNAM) sowie des Centro de Investigaciones y Estudios Superiores en Antropología Social (CIESAS) zu Ende, das sich in interdisziplinärer Perspektive mit unterschiedlichen Aspekten der neuspanischen Kathedralmusik auseinandersetzte und dabei insbesondere die musikhistorisch fokussierte Auswertung der Diözesanarchive von Mexiko City, Puebla, Oaxaca und Guadalajara ins Zentrum rückte. Die von vier der fünf Teilprojekten bestrittenen Sektionen dokumentierten eindrucksvoll die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung, die aus der Not der nur rudimentär etablierten mexikanischen Musikwissenschaft insofern eine Tugend machte, als fundierte Quellenerschließung mit einer bemerkenswerten methodischen Breite der herangetragenen Fragestellungen verbunden wurde. Die Prämisse, dass den musikalischen Zeugnissen unter einer im engeren Sinne musikhistorischen Perspektive eine nachgelagerte Bedeutung zukommt, sie aber ein zentrales Element für das Verständnis der Geschichte des kolonialen Mexiko darstellen, beförderte dabei eine konstruktiv-nüchterne, von Legitimationsdruck und nationalen Untertönen freie Herangehensweise an das seit den Pionierarbeiten von Robert Stevenson eher vernachlässigte Forschungsgebiet.

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Köln, 11. bis 13. November 2011:

„Feiern – Singen – Schunkeln. Karnevalsaufführungen vom Mittelalter bis heute“

von Ingrid Schraffl, Wien

Am denkwürdigen Datum des 11.11.2011 begann an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln gleichzeitig zum Auftakt der Session des Kölner Karnevals ein dreitägiges internationales Symposion der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte zum Thema Karneval. Organisiert wurde die Tagung von Anno Mungen (Universität Bayreuth) und Christine Siegert (Universität der Künste Berlin) in Zusammenarbeit mit Arnold Jacobshagen (Hochschule für Musik und Tanz Köln).

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Göttingen, 3. bis 5. November 2011:

„Konstruktivität von Musikgeschichtsschreibung – Zur Formation musikbezogenen Wissens“

von Daniel Siebert, Berlin

Das strukturierte Promotionsprogramm „Erinnerung – Wahrnehmung – Bedeutung. Musikwissenschaft als Geisteswissenschaft“ des Landes Niedersachsen veranstaltete vom 3. bis 5. November 2011 die internationale Tagung „Konstruktivität von Musikgeschichtsschreibung – Zur Formation musikbezogenen Wissens“ in Göttingen. Im Blickfeld der Tagung, welche von den Promovierenden eigenständig organisiert und durchgeführt wurde, standen die unterschiedlichen epistemologischen Fragestellungen, die sich im Zusammenhang mit Konstruktionen innerhalb von Musikgeschichtsschreibung ergeben.

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Mainz, 29. Oktober 2011:

Musik am Mittelrhein – wissenschaftliche Tagung aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Arbeitsgemeinschaft für Mittelrheinische Musikgeschichte e.V.

von Jonathan Gammert, Mainz

Die Arbeitsgemeinschaft für mittelrheinische Musikgeschichte e.V. wurde 1961 von Adam Gottron und Franz Bösken gegründet und zählt die Erforschung der Musikgeschichte des Mittelrheingebiets, die Erhaltung und Erschließung der Musikdenkmäler dieses Raumes und die Sammlung und Edition von Dokumenten zum mittelrheinischen Musikleben zu ihren Aufgaben. Am Samstag, den 29. Oktober 2011 fand im Musikwissenschaftlichen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Arbeitsgemeinschaft die Tagung Musik am Mittelrhein statt, welche von Axel Beer (Mainz), dem ersten Vorsitzenden, geleitet wurde. Die Auswahl der Beiträge sollte – durchaus jubiläumstypisch – einen Überblick darüber geben, welche Fragen zur mittelrheinischen Musikgeschichte in der Vergangenheit bereits angegangen oder beantwortet wurden und welche nicht. Der Aspekt von Rück- und Vorschau diente als lockerer übergeordneter Rahmen für thematisch äußerst vielseitige Referate, die so – wie auch die Einführung von Axel Beer – die Gefahren ermüdend pathetischer Festworte geschickt umgingen.

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Bonn, 29. September bis 1. Oktober 2011

„Widmungen bei Haydn und Beethoven. Personen – Strategien – Praktiken"
von Ulrich Wilker, Köln

Bereits der drei verschiedene Aspekte vereinende Untertitel versprach ein vielschichtiges Tagungsprogramm: Das Bonner Beethoven-Archiv und das Kölner Joseph Haydn-Institut hatten gemeinsam zu dem internationalen Kongress „Widmungen bei Haydn und Beethoven. Personen – Strategien – Praktiken" in den Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses eingeladen.

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Halle (Saale), 21. bis 23. September 2011:

„1. Studienkurs am Händel-Haus zum Oratorium Samson“

von Daniel Samaga, Hannover

Am 21. September kamen in Halle an der Saale acht Studierende aus verschiedenen Orten der Bundesrepublik und Österreichs zusammen – das Händel-Haus veranstaltete das erste Mal einen Studienkurs für fortgeschrittene Studierende der Musik und Musikwissenschaft. Im Zentrum des Kurses stand die Edition des Händel-Oratoriums Samson.

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Gießen, 08. bis 11.September 2011:

„Nationes, Gentes und die Musik im Mittelalter“

von Marian Weiß, Gießen

Vom 08. bis 11. September 2011 fand in Gießen eine internationale Tagung zum Thema „Nationes, Gentes und die Musik im Mittelalter“ statt, die von dem am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen beheimateten und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Forschungsunternehmen „Gemeinschaftsbegriffe im lateinischen Musikschrifttum des Mittelalters“ unter Leitung von Frank Hentschel organisiert wurde. Ein international und interdisziplinär ausgerichtetes Auditorium aus Musikwissenschaftlern und Historikern, Sprach- und Liturgiewissenschaftlern diskutierte und analysierte charakteristische Gemeinschaftsbegriffe in ausgewählten musiktheoretischen Schriften des Mittelalters. Nach Hentschel sei es besonders dieser direkte Kontakt zu angrenzenden mediävistischen Disziplinen, der dabei helfe, die musiktheoretischen Texte durch „fachübergreifendes Know-How“ besser verstehen zu können.

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Wrocław/Breslau, 8. bis 10. September 2011:

„The Musical Culture of Silesia before 1742. New Contexts – New Perspectives / Muzyczna Kultura Śląska do 1742 Roku. Nowe Konteksty – Nowe Perspektywy“

von Bernhold Schmid, München

In den Jahren 2010 und 2011 führten die Polnische Akademie der Wissenschaften sowie die musikwissenschaftlichen Institute der Prager Karls-Universität und der Universität Breslau ein Forschungsprojekt zur Musikgeschichte Schlesiens aus der Sicht Polens und Tschechiens durch, in dessen Rahmen auch die von den genannten Institutionen in Verbindung mit dem Festival „Wratislavia Cantans“ organisierte Tagung stattfand.

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Durham, 11. bis 14. Juli 2011:

„Russian and Soviet Music: Reappraisal and Rediscovery / Rossijskaja i sovetskaja muzyka: Pereosmyslenie i otkrytie zanovo“

von Albrecht Gaub, Madison (Wisconsin)

Der zweisprachige Titel verrät es: Um russischen Teilnehmern entgegenzukommen, wurde bei der bisher größten internationalen Tagung über russische Musik Russisch als Konferenzsprache zugelassen. Etwa ein Drittel der über hundert Beiträge wurde auf Russisch präsentiert, darunter die dritte keynote address von Marina Rachmanova (Moskau). Rachmanova war allerdings nicht anwesend. Dem Vernehmen nach war ihr und einigen weiteren russischen Teilnehmern das Visum verweigert worden. Dies war einigermaßen befremdlich, da man seit dem Ende der Sowjetunion derlei Geschichten kaum noch gehört hatte. Allerdings sind die britisch-russischen Beziehungen seit dem Mord am ehemaligen Spion Aleksandr Litvinenko (2006) im wörtlichen Sinne vergiftet und nicht mit den deutsch-russischen zu vergleichen. Der russische Konsul reiste dennoch aus Edinburgh zum Festbankett an. Die Vorträge der Abwesenden wurden verlesen.

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Köln, 30. Juni bis 1. Juli 2011:

„Klänge finden und komponieren: Eine Expedition in die akusmatische Musik mit Francis Dhomont“

von Lisa Bradler und Sandra Jarosch, Köln

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Komposition und Musikwissenschaft im Dialog lud das Musikwissenschaftliche Institut der Universität zu Köln vom 30. Juni bis 1. Juli zu Podiumsgesprächen und anschließenden Abendkonzerten mit den Komponisten Francis Dhomont, Annette Vande Gorne und Hans Tutschku ein. Anlässlich des bevorstehenden 85. Geburtstages von Dhomont wurde im Sommersemester 2011 ein Seminar angeboten, das den Studierenden die Möglichkeit gab, an der Organisation und Durchführung der Konferenz maßgeblich mitzuwirken. So leiteten neben den Veranstaltern Christoph von Blumröder und Marcus Erbe auch die studentischen Teilnehmer Renate Bichert, Lisa Long, Wiebke Spieker und Philipp Willemsen die Gespräche. Zudem wurden studentische Analyseergebnisse zu ausgewählten Werken der beteiligten Komponisten präsentiert, die zuvor im Seminar Analyse elektroakustischer Musik erarbeitet worden waren.

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Münster, 30. Juni und 1. Juli 2011:

„Rekrutierung musikalischer Eliten. Knabengesang im 15. und 16. Jahrhundert“

von Michael Werthmann, Münster

Die im Rahmen der Reihe „troja. Kolloquium und Jahrbuch für Renaissancemusik“ jährlich in Münster stattfindende troja-Tagung wurde 2011 von Nicole Schwindt (Trossingen) konzipiert und von Klaus Pietschmann (Mainz) moderiert. Das Symposium widmete sich verschiedenen Aspekten des Knabengesangs der Renaissance mit oftmals interdisziplinären Herangehensweisen. Nach einer Begrüßung durch Jürgen Heidrich (Münster) gab Nicole Schwindt eine kurze Einführung, in der sie die Interdisziplinarität sowie die soziologische und psychologische Ausrichtung der Tagung hervorhob.

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Wien, 9. bis 11. Juni 2011:

„WERK_RAUM_SENFL“

von Jaap van Benthem,Utrecht

Seit September 2008 wird in Wien intensiv an dem Forschungsprojekt „Ludwig Senfl – Verzeichnis sämtlicher Werke“ gearbeitet (Universität Wien/Österreichische Akademie der Wissenschaften). Seit dem letzten Versuch einer Gesamtedition von Senfls Werken (Ludwig Senfl – Sämtliche Werke, 11 Bände, Wolfenbüttel/Zürich 1937–1974), hat sich durch diese Forschungsarbeit das Corpus der Quellen, in denen Senfls musikalischer Nachlass überliefert ist, von etwa 180 auf insgesamt ca. 360 Handschriften und Drucke verdoppelt – ein Forschungsstand, der vor allem in der Zukunft unsere Kenntnis über die Verbreitung von Senfls Kompositionen sowie deren Funktion und Bewertung im 16. Jahrhundert befördern und auf eine neue Grundlage stellen wird. Deshalb entschlossen sich Sonja Tröster und Stefan Gasch (Österreichische Akademie der Wissenschaften), beide für dieses Verzeichnis zuständig, zusammen mit der Projektleiterin Birgit Lodes (Universität Wien), eine Gruppe engagierter Wissenschaftler einzuladen und sich auf der Basis dieser aktuellen Forschungsergebnisse neuerlich mit dem Komponisten Ludwig Senfl auseinander zu setzen.

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Heidelberg, 3. bis 5. Juni 2011:

„Musik im Spannungsfeld zwischen nationalem Denken und Weltbürgertum – Franz Liszt zum 200. Geburtstag“

von Diana Kupfer, Heidelberg

Vom 3. bis 5. Juni 2011 lud das Musikwissenschaftliche Seminar der Universität Heidelberg zu einem interdisziplinären Symposium zum 200. Geburtstag von Franz Liszt ein. Unter Leitung von Dorothea Redepenning (Heidelberg) gingen die Teilnehmer aus Europa und Nordamerika der Frage nach, wie sich nationales Denken einerseits und kosmopolitische Anschauungen andererseits im Denken und Schaffen Franz Liszts und der Kulturpolitik seiner Zeit niederschlugen.

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Wien, 27. und 28. Mai 2011:

„Bach & Wien. Die Wiener Bach-Tradition, ihre Träger, Überlieferungswege und Auswirkungen im 18. und frühen 19. Jahrhundert“

von Wolfram Enßlin, Leipzig

Kein Mitglied der Bach-Familie im engeren Sinne (d.h. Johann Sebastian Bach sowie seine Söhne) war je in Wien. Die beiden einzigen Male, dass Johann Sebastian Bach Boden des damaligen Habsburger Reiches betreten hat, waren bei Kuraufenthalten im böhmischen Karlsbad. Dennoch setzte sich die Musikwissenschaft immer wieder mit dem Thema „Bach und Wien“ bzw. „Bach und Österreich“ auseinander. Zu spannend war und ist es, der Frage nachzugehen, inwieweit, wann und in welcher Form die Kompositionen der – mit Ausnahme von Johann Christian Bach – fest im lutherischen Protestantismus verwurzelten Bach-Familie im streng katholischen Österreich Verbreitung gefunden und auf die vor allem in Wien tätigen Musiker Einfluss ausgeübt haben (etwa auf die Wiener Klassiker).

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Kópavogur/Island, 18. bis 20. Mai 2011:

Music and Nature – International Conference Kópavogur, Iceland

Von Raika Simone Maier, Köln

Vom 18. bis 21. Mai 2011 fand in Kópavogur nahe Reykjavík die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Mariann Steegmann Foundation, der Deutschen Botschaft Reykjavik und Inspired by Iceland geförderte Internationale Tagung Music and Nature statt. Die Kooperation zwischen der Hochschule für Musik und Tanz Köln (Prof. Dr. Annette Kreutziger-Herr, Dr. Florian Heesch und Dr. des. Katrin Losleben) und den isländischen Partnern Iceland Music Information Centre (Sigfríður Björnsdóttir), dem Tónlistarsafn Ísland (Musikmuseum Island, Dr. Bjarni Sveinbjörnsson) und der Listaháskóli Íslands (Iceland academy of the Arts, Þorbjörg Daphne Hall, vormals Helgi Sveinsson) war der Auftakt einer zweiteiligen Tagungsreihe.

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Bern, 7. bis 9. April 2011:

„Europäische Filmmusik-Traditionen bis 1945 – Internationales Symposion“

von Edith Keller, Bern

War die Musik zum Stummfilm häufig noch akzidentiell und in nicht geringem Maße von den improvisatorischen Fähigkeiten der Begleitmusiker abhängig, so wurde sie mit dem Aufkommen des Tonfilms in den 1930er Jahren zum untrennbaren Bestandteil des noch jungen Mediums. Nicht zuletzt im Zuge nationalistischer Abgrenzungstendenzen vor und während des Zweiten Weltkriegs entdeckten viele Regierungen den Film als audiovisuelles Propagandamittel.

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