Tagungsberichte

In dieser Rubrik finden Sie Berichte über vergangene Tagungen & Kongresse folgender Jahrgänge:

 

 

Die fünf neuesten Berichte:

 

 

Würzburg, 13. bis 14. Dezember 2018

A Counterpoint of Music and Text(s): Redefining musico-textual relationships in late medieval repertoires

von Anna Sanda, Wien

Das Forschungsseminar – das von Mikhail Lopatin, einem Humboldt-Stipendiaten am Institut für Musikforschung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, veranstaltet wurde – widmete sich der französischen und der italienischen Musik des 13. und 14. Jahrhunderts inklusive des weitverbreiteten Motettenrepertoires mit dem Fokus auf dem Verhältnis von Musik und Text. Diese Verbindung wurde von Lopatin programmatisch als eine „kontrapunktische Relation“ bezeichnet und zwar auf zwei Ebenen. Im engeren Sinne hieß es, das semantische Potenzial von Musik und Text als zueinander in kontrapunktischer Beziehung stehend zu betrachten – analog zur Relation zweier Stimmen, die zueinander in Parallel- oder Gegenbewegung verlaufen, einander kreuzen oder abwechseln. Dieser Ausgangspunkt sollte zu einer erweiterten Behandlung eines „musikalisch-textuellen Kontrapunkts“ über verschiedene Gattungen und zeitlich wie geographisch gebundene Aspekte hinaus führen. Im weiteren Sinne sollte die transdisziplinäre Herangehensweise, die ExpertInnen mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten zusammenbrachte, eine Interaktion in der Art eines „kontrapunktischen Dialogs“ bewirken, um ein neuartiges Verständnis der musikalisch-textuellen Beziehungen in der Musik des Spätmittelalters zu entwickeln. Die sieben Beiträge des zweitägigen Seminars umfassten eine große Bandbreite sowohl der Methoden als auch des untersuchten Repertoires und präsentierten sieben unterschiedliche Herangehensweisen in unmittelbarer Verbindung zum gegebenen Programm. Weiterlesen...

Mainz, 10. bis 15. September 2018

Ancient Narratives and Histories in C. W. Gluck’s Operas

von Mikhail Kuchersky, Essen/Wien

Die III. Interdisciplinary Summer School of Musicology and Ancient Studies Mainz wurde von der Abteilung Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz veranstaltet, in Kooperation mit der Christoph Willibald Gluck-Gesamtausgabe, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur und dem Institut für Altertumswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Unter der Leitung von Stefanie Acquavella-Rauch verfolgte die Summer School einen interdisziplinären Ansatz, um sich der Beschäftigung mit Sujets und Narrativen in Christoph Willibald Glucks Opern aus einem erweiterten Blickwinkel und mit neuen Methoden nähern zu können. Dementsprechend richtete sich die Ausschreibung an Musikwissenschaftler*innen und Altertumswissenschaftler*innen im fortgeschrittenen Stadium ihrer Ausbildung oder in der Promotionsphase, die durch ihre Teilnahme auch ECTS-Punkte erwerben konnten. Ferner wurden die Dozent*innen ebenfalls nach interdisziplinären Gesichtspunkten angesprochen: Neben zwei Musikwissenschaftler*innen (Acquavella-Rauch, Stephan Summers) konnten Annemarie Ambühl (Klassische Philologie), Klaus Junker (Klassische Archäologie), Doris Prechel (Altorientalische Philologie) und Bastian Reitze (Klassische Philologie) als Lehrende gewonnen werden. Weiterlesen...

Freiburg, 20. bis 21. Juni 2018

Musik und Raumwahrnehmung

von Ulrike Brinkmann und Nadja Schmitz-Arenst, Freiburg

Der Workshop ging auf die Initiative des Teilprojekts „Muße und musikalische Immersionserlebnisse“ (Leitung: Dr. Anne Holzmüller) des DFG-Sonderforschungsbereichs 1015 „Muße“ zurück. Er fand am Musikwissenschaftlichen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in Verbindung mit der Musikhochschule Freiburg statt, gefördert durch das Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS). Im Mittelpunkt standen Fragen nach den verschiedenen Wahrnehmungsebenen, auf denen die Kategorie des Raumes beim Hören und Erleben von Musik eine Rolle spielt, sowie das Problem, wie sich die Formen musikalischer Raumwahrnehmung methodisch erschließen lassen. Ein Fokus lag dabei auf der musikalischen Analyse und wie diese im Hinblick auf musikalische Raumwahrnehmung produktiv gemacht werden kann. In ihren Beiträgen stellten die Referentinnen und Referenten verschiedene Ansätze anhand konkreter Beispiele im historischen Querschnitt von Dufay bis Grisey vor. Weiterlesen...

Mainz, 6. bis 8. Dezember 2018

Kontakt und Transfer in der Musikkultur des 5.-12. Jahrhunderts n.Chr. zwischen Byzanz und dem lateinischen Westen. Wirkung und Rezeption musikalischer Traditionen

von Yehuda Epafroditus, Rodney Fuchs, Katrin Gessinger, Jonas Isufaj, Anna Lahusen und Johanna Thöne, Mainz

Die Tagung fand in Kooperation der Abteilung Musikwissenschaft der JGU Mainz und des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz „Byzanz zwischen Orient und Okzident“ (verortet am Römisch-Germanischen Zentralmuseum) statt, der eine Plattform für interdisziplinäre Byzanzforschung bieten möchte. Klaus Pietschmann (Musikwissenschaft Mainz) und Susanne Rühling (Leibniz-WissenschaftsCampus) gaben am Donnerstagabend eine Einführung in das zweitägige Programm. Die Tagung bildete den Abschluss des Projektes Die Musizierpraxis zwischen profanem und sakralem Gebrauch im westlichen Europa und Byzanz statt, das über vier Jahre lief und Feldforschung mit Publikationen und Veranstaltungen vereinte. Ziel war es, kulturelle Transferprozesse und Verbindungen zwischen Byzanz und dem Abendland anhand der Musikkultur zu zeigen, wobei der Fokus auf Musikinstrumenten lag. Weiterlesen...

Tübingen, 7. bis 9. Juni 2018

Čajkovskij-Analysen – neue Strategien, Methoden und Perspektiven

von Esther Kreitschik, Hamburg

Im Mittelpunkt der anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Tschaikowsky-Gesellschaft e.V. veranstalteten internationale Tagung stand die musikalische Analyse der Werke des russischen Komponisten. An drei Tagen präsentierten die Teilnehmer neue Perspektiven, Erkenntnisse und Ansätze in der Auseinandersetzung mit Čajkovskijs musikalischem Schaffen. Inhaltlich widmete sich das Symposium dabei vier verschiedenen Schwerpunkten: Čajkovskijs Symphonik, seinen Opern, seiner Ballett- und Programmmusik sowie seinem Schaffen unter biographischen Aspekten.

Den Auftakt zur Tagung bildete die Sektion zur Symphonik. Stefan Keym (Toulouse) widmete sich in seinem Eröffnungsvortrag den Tempodramaturgien in Čajkovskijs symphonischem Schaffen. Daniil Petrov (Moskau) nahm anschließend den Aufbau des symphonischen Zyklus in den Blick. Eine detaillierte, im Anschluss intensiv diskutierte Analyse des motivisch-thematischen Materials in Čajkovskijs 4. Symphonie lieferte Svein Hundsnes (Stavanger). Christoph Flamm (Lübeck) sowie Heinz von Loesch (Berlin) beleuchteten in ihren Beiträgen jeweils verschiedene Aspekte der 5. Symphonie. Diskutiert wurden im Anschluss an die Vorträge auch immer wieder Fragen der Definition und Abgrenzung von Themen und des motivisch-thematischen Materials. Zentral waren auch der Aspekt der Substanzgemeinschaft und die Frage, inwieweit sich damit die kompositorische Arbeit in Čajkovskijs symphonischem Schaffen erfassen und beschreiben lässt. Gerade die kompositorische Entwicklung im Bereich der Symphonik (und auch darüber hinaus) bietet noch viel Raum für musikwissenschaftliche Forschung und analytische Untersuchungen der Werke des Komponisten.

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