Tagungsberichte

In dieser Rubrik finden Sie Berichte über vergangene Tagungen & Kongresse folgender Jahrgänge:

 

 

Die fünf neuesten Berichte:

 

 

Philadelphia, 12. bis 14. Oktober

Georg Philipp Telemann: Enlightenment and Postmodern Perspectives

von Wolfgang Hirschmann, Halle an der Saale

Nach den Tagungen in den Telemannstädten Hamburg und Frankfurt am Main bildete die Konferenz am Boyer College of Music and Dance der Temple University (Philadelphia) einen besonderen Höhepunkt der wissenschaftlichen Veranstaltungen anlässlich des 250. Todestages des Komponisten. Sie war nicht nur die erste diesem Komponisten gewidmete Konferenz in den USA, sondern die erste Telemann-Tagung außerhalb Deutschlands überhaupt. Die Telemannforschung hat in den USA inzwischen einen solch prominenten Status erreicht, dass es nur eine Frage der Zeit war, dass die deutsche und die amerikanische Forschung sich zu einem gemeinsamen Veranstaltungs- und Diskussionsforum zusammenfinden würden. Weiterlesen...

Bonn, 4. bis 7. September 2017

Philologisches Arbeiten von der Textgenese zur Rezeption

von Lavinia Hantelmann, Mainz

Das diesjährige Beethoven-Studienkolleg „Philologisches Arbeiten von der Textgenese zur Rezeption“ in Bonn war stark international geprägt. Dank der Förderung durch die Gesellschaft für Musikforschung konnten die Teilnehmer nicht nur aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch aus den USA anreisen.

Vier musikphilologisch intensive, lehrreiche und interessante Tage standen den angehenden Musikwissenschaftlerinnen und Musikwissenschaftlern bevor, Tage, die mit der Textkonstitution von Beethovens Sonaten für Cello und Klavier und der Neunten Sinfonie begannen. Verschiedene Drucke, teils mit Korrekturen und Anmerkungen Beethovens, wurden mit den Skizzen und Reinschriften auf ihre Umsetzung hin verglichen. „Was wollte Beethoven wirklich in den Noten stehen haben?“, war die Frage, deren Antwort es zu erarbeiten galt. Drucküberlieferungen können sehr vielfältig sein und sind, wie die Kollegiaten feststellen mussten, selten datiert. Durch äußere und innere Merkmale konnten die Druckausgaben von Beethovens Adelaide op. 46 am Ende jedoch gemeinsam erfolgreich in eine zeitliche Reihenfolge gebracht werden. Weiterlesen...

Hamburg, 20. bis 22. Juli 2017

Musik im Science-Fiction-Film

von Hans J. Wulff, Kiel

Neue Welten, veränderte Realitäten, ungehörte Töne: Science-Fiction lädt den Zuschauer ein, sich auf das Andere einzulassen, das der menschlichen Zivilisation begegnen könnte. Das Andere, das in der Geschichte der Erde auf seine Erweckung wartet (wie Riesenaffen oder Echsen), das entsteht, wenn tiefe Kontrakte zwischen den Lebewesen der menschlichen Welt aufgekündigt werden (wenn sich etwa die Tiere gegen die Herrschaft der Menschen erheben) oder wenn – aus heiterem Himmel, aufgrund chemischer Experimente, vielleicht auch von Versuchen mit Radioaktivität – Krankheiten über die Menschheit kommen, gegen die es kein Gegenmittel gibt. Science-Fiction lädt aber auch ein, sich auf die Entwürfe zukünftiger Lebenswelten einzulassen, die sich aus den Entwicklungen und Dynamiken von Gesellschaft, Politik und Technik ergeben. Da sind Entwürfe der Weltzerstörung und des Existenzkampfes letzter Überlebender ebenso zu finden wie Gesellschaften, die in radikaler Weise zu Autokratien und Terrorherrschaften gewandelt sind; da müssen Menschen in Städten leben, die zu Megacities herangewachsen sind, in denen sich neue Feudalismen und Herrschaftssysteme ausbreiten und denen Not herrscht, oder in denen der Überfluss durch grundlegende Eingriffe in individuelle Freiheiten (bis zur Entscheidung über das Leben selbst) erkauft werden muss. Vor allem aber ist da von Gesellschaften die Rede, die durch eine gewaltige Expansion der Technosphäre sich gewandelt haben – die den zivilisatorischen Handlungsraum in den Weltraum erweitert, die das Ensemble der Lebenden um neue Mitbewohner der Welt vermehrt (wie Roboter und Klonwesen) oder die vielleicht sogar die einzigartige Alltagswelt um virtuelle Welten vergrößert haben. Begegnungen mit Anderen aus anderen Welten gehören dazu, die nicht nur die Einzigartigkeit des Menschen, seiner Kultur und Intelligenz in Frage stellen, sondern die ihn auch in Konfrontationen hineinführen, für die die Geschichte keine Vorbilder kennt. Die Grenzen der Science-Fiction (SF) zur Fantasy und zum Horrorfilm sind fließend (und manche Theorie bringt die dramatischen Konflikte der SF in Verbindung mit Tiefenängsten wie aber auch mit Erlösungsphantasmagorien der Zuschauer). Weiterlesen...

Salzburg, 29. Juni bis 1. Juli 2017

Gaspar van Weerbeke: Works and Contexts

von Mirijam Beier, Alina Kirchner und Jan-Felix Wall, Salzburg

Der franko-flämische Komponist Gaspar van Weerbeke (ca. 1470 – ca. 1517) stand im Zentrum einer internationalen Tagung, die im Rahmen des FWF Forschungsprojekts „The Gaspar van Weerbeke Edition“ unter der Leitung von Andrea Lindmayr-Brandl und den Mitarbeitern Paul Kolb sowie Agnese Pavanello (Schola Cantorum Basiliensis) veranstaltet wurde. Der Anlass dazu war ein doppelter: Zum einen feierte man ein 500-jähriges Jubiläum – das letzte bekannte Dokument zu Gaspar van Weerbeke stammt aus dem Jahr 1517 –, zum anderen den Abschluss der Edition, deren Beginn auf einen Vertrag mit Corpus Mensurabilis Musicae bereits aus dem Jahr 1951 zurückgeht. Zur Eröffnung der Tagung waren nicht nur der Gründungsvater der Ausgabe anwesend, Prof. Dr. Gerhard Croll, der kürzlich seinen neunzigsten Geburtstag feiern konnte, sondern auch alle anderen Mitglieder des Herausgebergremiums. Weiterlesen...

Augsburg, 14. bis 16. Juni 2017

Das musikalische Erbe der Reformation

von Ute Evers, Augsburg

Die Tagung im Augsburger Zeughaus wurde organisiert von Franz Körndle (Universität Augsburg), Moritz Kelber (Universität Salzburg), Grantley McDonald (Universität Wien) und Alanna Ropchock (Shenandoah University), unterstützt von der Universität Augsburg, der Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg und dem Verein „Klostermusik in Schwaben“.

Nachdem die Tagung mit einem abendlichen Vortrag von Wolfgang Augustyn (Zentralinstitut für Kunstgeschichte München) zum Thema „Glanz und Zweifel – Augsburg im Zeitalter des Umbruchs“ eröffnet worden war, begann der nächste Tag mit einem Beitrag von Alanna Ropchock (Shenandoah University) über polyphone Messvertonungen im frühen Luthertum aus Sachsen und Thüringen. Anschließend sprach Scott Edwards (Universität Wien) über lateinische Kompositionen Ludwig Senfls in gedruckten Sammlungen aus Eger (Cheb) und Joachimsthal (Jáchymov). Megan Eagan (East Carolina University) analysierte die Textquellen für Psalmmotetten aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Vorträge von David Burn (KU Leuven) und Grantley McDonald (Universität Wien) beschäftigten sich mit Philipp Melanchthon: Burn sprach über Kompositionen, die Melanchthon gewidmet wurden, und McDonald über dessen Schriften zur Musik. Die Vormittagssitzung endete mit einem Beitrag von Henry Hope (Universität Bern) über die Geistlichen Ringeltentze Valentin Voigts (1550).

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