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17. - 19. Oktober 2019

Bearbeitung/Transkription/Arrangement/Interpretation – Transformationsprozesse in der Orgelmusik

Internationales Symposium, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, 17.-19. Oktober 2019

Call for papers

Orgelmusik lebte jahrhundertelang von Übernahmen komponierter Musik. Seit dem 19. Jahrhundert wandelten sich die usuellen Transformationsprozesse in Richtung bearbeitender Adaptierungen einer größeren Bandbreite musikalischer Gattungen. Der Prozess des Transkribierens erstreckte sich zunächst auf die sinfonische und unterhaltende Musik und weitete sich im 20. Jahrhundert auf alle Stilarten. Damit drangen Orgeln in öffentliche Räume außerhalb der Kirche (Oper, Konzertsaal, Kino u. a.) vor. Bedeutende Komponisten und Organisten wie Franz Liszt, William Thomas Best, Edwin H. Lemare, Max Reger und Sigfrid Karg-Elert hoben werkhafte Orgelbearbeitungen auf eine neue Höhe und entwickelten teils eine personalisierte Transkriptionsästhetik. In der Praxis des „Composer Organ Player“ ergeben sich fließende Übergänge zwischen Interpretation, Aufführungsästhetik, Arrangement und Komposition. Die Erschließung neuen Repertoires und Grenzüberschreitungen werden von unterschiedlichen Orgeltypen (u. a. E-/Digital-Orgel, Hybrid-Orgel, Modul-Orgel) ebenso begünstigt, wie durch unterschiedlichste Aufführungsmodi.

Das Grazer Symposium beleuchtet wichtige Stationen auf diesem Weg bis in die Gegenwart und wagt Ausblicke in die Zukunft. An der Schnittstelle von interdisziplinärer Orgelforschung, Historischer Musikwissenschaft und Musiktheorie (insbesondere Interpretationsforschung) angesiedelt, verbindet es ein umfangreiches disziplinäres Spektrum zu einem theoretisch und methodisch innovativen Gesamtzugang bei der Erforschung musikwissenschaftlicher bzw. musikalischer Fragen der Orgelmusik.

Dieser Call for papers richtet sich an noch nicht promovierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Über Musikpraxis und historische Musikwissenschaft sind auch Beiträge aus anderen Disziplinen erwünscht, etwa aus der systematischen Musikwissenschaft, Soziologie, aus den Geschichtswissenschaften und generell aus den Bereichen der Performance Practice Studies. Scherpunktthemen sind hier: soziale Aspekte der Bearbeitung, akustische Veränderungen durch Bearbeitung; topographische Grenzüberschreitungen in der Rezeption durch Bearbeitung und ihre Folgen sowie die generell die Frage der Bearbeitung/Transkription/Überschreitung in anderen Künsten.

 Konferenzsprachen: Deutsch und Englisch
Format: Vortrag von 20 Minuten mit anschließender 10-minütiger Diskussion.
Abstracts von 250–300 Wörtern sollten als word-Anhang bis zum 15. Juli 2019 unter Angabe von Namen, Institution, E-Mail-Adresse und benötigter Technik an die folgende Adresse geschickt werden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Die eingeladenen Referentinnen und Referenten werden bis zum 30. Juli 2019 verständigt.

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