Jahrbuch Musik und Gender: Band 8

Bd. 8 (erscheint 2016): Grenzgänge: Gender, Ethnizität und Klasse als Wissenskategorien der Musikwissenschaften, hrsg. von Cornelia Bartsch und Britta Sweers

Was ist Natur? Was ist Geist, was Kultur? Schon in diesen grundlegenden Konzepten der Wissensorganisation sind Gender, Ethnizität und Klasse wirksam, wurden doch Natur und Materie im abendländischen Denken immer wieder mit »Weiblichkeit« in Verbindung gebracht. Zudem geriet die frühe akademische Musikwissenschaft auf Grund der Bedeutung der damals neuen Technik der Klangaufzeichnung für ihren Gegenstand ins Zentrum von Auseinandersetzungen, in denen sich die europäischen Geisteswissenschaften vor dem Hintergrund des Kolonialismus neu konfigurierten. Die Folgen sind bis in die Gegenwart hinein spürbar. Band 8 des Jahrbuchs Musik und Gender geht daher der Frage nach, wie eine europäische Musikgeschichte vermittels innerdisziplinärer Grenzziehungen und entlang der genannten Differenzkategorien kreiert wurde. Die Beiträge wenden sich Phänomenen auf der Grenze zu: im Zwischenbereich der musikwissenschaftlichen Disziplinen, an topographischen Grenzen, an Wahrnehmungsgrenzen sowie an der Grenze zwischen wissenschaftlicher Theoriebildung und bildungspolitischer Praxis.