Geleitwort zur Buchreihe

Mit einer neuen Buchreihe, den Kompendien Musik, trägt die Gesellschaft für Musikforschung der Herausforderung der Bachelor-Studiengänge und zugleich dem Bedarf musikinteressierter Leser an aktueller Basisliteratur zu den vielfältigen Gebieten der Musikwissenschaft Rechnung. Mit dieser im Auftrag der GfM von Detlef Altenburg, Wolfgang Auhagen, Gabriele Buschmeier, Rebecca Grotjahn und Dörte Schmidt herausgegebenen Reihe verfolgt die Gesellschaft für Musikforschung das Ziel, einer breiten Öffentlichkeit die Musikwissenschaft mit ihren Teildisziplinen und deren verschiedenen Arbeitsgebieten, ihren aktuellen Fragestellungen und methodischen Ansätzen in allgemeinverständlicher Form vorzustellen. Die einzelnen Bände sind in sich thematisch geschlossen. Unterschiedliche Ansätze und insbesondere kontroverse Positionen sollen nicht harmonisiert, sondern durch Gegenüberstellung der alternativen Perspektiven (z.B. aus der Sicht der Historischen und der Systematischen Musikwissenschaft) vor dem Hintergrund ihres unterschiedlichen Erkenntnisinteresses thematisiert werden.

In der Regel geht es um den Überblick über das jeweilige Gesamtgebiet, nicht um den Versuch, dem Leser die Totale der Detailinformationen zu bieten, die nur den Experten interessieren. Adressat dieser Reihe ist der interessierte Nichtspezialist bzw. der kulturell interessierte Leser. Die Kompendien sind also nicht primär als Texte von Spezialisten für Spezialisten gedacht. Zielgruppen sind vielmehr Studenten, Musiker, Musiklehrer, Journalisten und nicht auf das Teilgebiet spezialisierte Wissenschaftler anderer Disziplinen, die sich rasch über die Musikwissenschaft und ihre Teildisziplinen, Methoden, besondere Fragestellungen usw. informieren wollen. Die Bände sollen das Basiswissen des Fachgebietes berücksichtigen und als Arbeitsbücher im Studium verwendbar sein. Daher wenden sich die Bände nicht zuletzt auch an Studienanfänger der neuen BA-Studiengänge der Musikwissenschaft und der Schulmusik.  Der Verständlichkeit der Texte für unterschiedliche Zielgruppen kommt im Rahmen eines Peer-Review-Verfahrens, dem jeder Band unterzogen wird, eine besondere Bedeutung zu.

Der erste Band ist dem Thema „Musik und Gender“ gewidmet und im März 2010 im Laaber-Verlag erschienen. Genderforschung ist ein noch junges Gebiet der Musikwissenschaft. Das Kompendium Musik und Gender versucht erstmals, ihre wichtigsten Ansätze, Methoden und Perspektiven kompakt darzustellen. Der Band versteht sich als Lese-, Lehr- und Lernbuch. Es soll Appetit machen und zum Weiterdenken einladen. Sein Ziel ist es, zu zeigen, wie sinnvoll und ergiebig es ist, musikbezogene Themen unter der Perspektive Genderforschung zu untersuchen.