Internationaler Kongress der Gesellschaft für Musikforschung 2016

Der XVI. Internationale Kongress der Gesellschaft für Musikforschung fand vom 14. bis 17. September 2016 an der Johannes Gutenberg-Universität sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz statt. Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Wege der Musikwissenschaft“ und hatte unter anderem zum Ziel, die Erkenntnisse und Diskussionen um Vergangenheit und gewordene Gegenwart der Musikforschung als akademische (universitäre und außeruniversitäre) Disziplin zu bündeln und im Sinne einer Selbstreflexion als primär wissensgeschichtliche Debatte zu vertiefen.

Den inhaltlichen Rahmen bildeten drei Hauptsymposien:

„Musikwissenschaftliche Editionen in Deutschland , 1930-1960“, unter der Leitung von Prof. Dr. Albrecht Riethmüller und Dr. Gabriele Buschmeier, „Wege des Fachs – Wege der Forschung? Protagonisten und Themen der deutschen Musikwissenschaft nach 1945“, moderiert von Prof. Dr. Klaus Pietschmann und Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann, sowie „Musikwissenschaft und Biographik: Narrative, Akteure, Medien“, konzipiert von Dr. Fabian Kolb, Prof. Dr. Melanie Unseld und Prof. Dr. Gesa zur Nieden.

Die Fachgruppen der Gesellschaft führten zahlreiche weitere Symposien durch und hielten ihre jährlichen Sitzungen ab. Nachwuchswissen­schaftlerinnen und -wissenschaftler konnten ihre aktuellen Forschungen in thematisch freien Referaten vorstellen.

Das Kongressprogramm wurde darüber hinaus durch Projektpräsentationen, Roundtables und Ausstellungen ergänzt.

Die Mitgliederversammlung fand am 16. September statt. Nach den Berichten des Präsidenten und der Schatzmeisterin wurde dem Vorstand auf  Vorschlag der Sprecherin des Beirats, Frau Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt, Entlastung für das Haushaltsjahr 2015 erteilt. Die Mit­glieder des Beirates hatten sich zuvor in ihrer Sitzung von der ordnungsgemäßen Geschäfts­führung des Vorstands überzeugt. Die Versammlung beauftragte Frau Dr. Irmlind Capelle und Prof. Dr. Andreas Waczkat mit der Prüfung des Haushalts 2016.

Für die im kommenden Jahr bevorstehenden Wahlen zu Vorstand, Beirat und der Kommission für Auslandsstudien wurde ein Wahlausschuss vorgeschlagen und durch die Versammlung bestätigt: Unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Dr. Thomas Schipperges arbeiten Frau Prof. Dr. Susanne Fontaine und Frau Prof. Dr. Janina Klassen in diesem Gremium mit.

Aus den Fachgruppen wurden neu gewählte Sprecherinnen und Sprecher bekannt gegeben: Frau Maria Behrendt, Frau Dr. Ina Knoth und Herr Tom Wappler vertreten in Zukunft als Team die Fachgruppe „Nachwuchsperspektiven“. Frau Prof. Dr. Veronika Busch löst Prof. Dr. Jan Hemming als Sprecherin der Fachgruppe „Systematische Musikwissenschaft“ ab. Die Fachgruppe „Musikwissenschaft im interdisziplinären Kontext“ hat mit Vertr.-Prof. Dr. Friederike Wißmann sowie (stellvertretend) PD Dr. Yvonne Wasserloos und Dr. Marie-Louise Herzfeld-Schild drei neue Sprecherinnen.

Die Preisträgerin des in diesem Jahr erstmalig vergebenen Promotionspreises der GfM - Dr. Laure Spaltenstein - wurde in der Mitgliederversammlung mit einer Laudatio geehrt. Der Preis umfasst die für die Autorin kostenlose Publikation der Dissertation als Buch und online auf der Webseite des Schott-Verlags, der als Kooperationspartner des Promotionspreises auftritt. Bewerbungsschluss für die Vergabe des Promotionspreises 2016 ist der 01. Dezember 2016. Nähere Informationen sind unter http://schott-campus.com/gfm abrufbar.

Die nächste Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung findet vom 27. bis 30. September 2017 im Hörsaal Campus Center der Universität Kassel statt. Aufgrund der regionalen Besonderheiten Kassels als Sitz mehrerer Musikverlage und der VG Musikedition sowie lokalen Arbeitsschwerpunkten sind folgende zwei Themenschwerpunkte vorgesehen:

1. Musikverlagswesen: Gestern – heute – morgen

Historisch gesehen kommt den Musikverlagen seit dem 18. Jahrhundert eine gewichtige Rolle in der Verbreitung von Musik zu. Mit der entsprechenden Gesetzgebung werden die Verlage ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts häufig gleichzeitig zum Rechteinhaber und Rechteverwalter. Beides ist Basis für das traditionelle Geschäftsmodell vieler Musikverlage, das lange Zeit auch Spielraum für die Förderung junger Komponistinnen und Komponisten sowie für wissenschaftliche Projekte wie Editionen, Dissertationen oder Lexika gewährleistete. Die Zukunft wird kleine und große Verlage aber vor zahlreiche Herausforderungen stellen. Diese sollen in den Einzelbeiträgen zum Themenschwerpunkt erörtert und diskutiert werden. Verantwortet wird dieser vom lokalen Organisationsteam.

2. Das Populäre in der Musik

Als Phänomen hat es populäre Musik vermutlich zu allen Zeiten gegeben. Nach wie vor ist aber umstritten, wie populäre Musik definiert werden sollte und welche Bereiche der Musikwissenschaft für sie zuständig sind. Immerhin haben sich die einstmals streng getrennten Bereiche, für die Begriffe wie 'Trivialmusik' oder 'U-Musik' bzw. 'Kunstmusik' oder 'E-Musik' stehen, in den letzten Jahrzehnten angenähert. Dies ist die Basis für eine produktive Auseinandersetzung mit dem 'Populären in der Musik' innerhalb der Musikwissenschaft sowie in inter- und transdisziplinären Konstellationen. Welche Perspektiven daraus erwachsen, soll in den Einzelbeiträgen zum Themenschwerpunkt erörtert und diskutiert werden. Verantwortet wird dieser von der Fachgruppe Systematische Musikwissenschaft.

Absichtlich wurden beide Themenschwerpunkte so gewählt, dass sie sich nicht eindeutig den traditionellen Teildisziplinen der Musikwissenschaft (historisch/systematisch/ethnologisch) zuordnen lassen. Einhergehend mit den Bemühungen, die Jahrestagungen zu 'verschlanken', werden beide Themenschwerpunkte nur jeweils einen Vormittag einnehmen.

Darüber hinaus sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen in freien Symposien, Round Tables, sowie mit freien Referaten bzw. Posterpräsentationen an der Tagung zu beteiligen.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass freie Symposien, Round Tables, freie Referate und Posterpräsentationen keine finanzielle Unterstützung durch die Kongressveranstalter erhalten können.

Bewerbungsfrist für alle Präsentationsformen ist der 31. Januar 2017. Die Begutachtung durch die Programmkommission entspricht einem peer-review-Verfahren. Benachrichtigungen über Annahme oder Ablehnung erfolgen zum 15. April 2017. Als Reaktion auf die Diskussion während der Mitgliederversammlung in Mainz ist keine Vorab-Publikation der Tagungsbeiträge mehr vorgesehen. Weiterhin wird aber eine zeitnahe und pragmatische Publikation im Nachgang der Tagung angestrebt.

Bewerberinnen und Bewerber werden gebeten, für alle Einreichungen die vorformatierten Dokumente zu nutzen, welche auf der Website http://gfm2017.uni-kassel.de/ bereitgestellt werden. Bewerbungen sind per E-Mail mit Anhängen (pdf-Datei sowie Word- bzw. Libre-Office-Datei, deren Dateiname den Nachnamen sowie die Arbeitsform enthält) an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu richten.